Eurostat – Jeder Achte in Luxemburg bezieht Niedriglohn

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EurostatJeder Achte in Luxemburg bezieht Niedriglohn

LUXEMBURG - Das Großherzogtum liegt beim Anteil der Niedriglohnempfänger unter dem EU-Durchschnitt. Deutschland zählt hingegen zu den Spitzenreitern.

12 Prozent der Beschäftigten in Luxemburg beziehen einen niedrigen Lohn.

12 Prozent der Beschäftigten in Luxemburg beziehen einen niedrigen Lohn.

DPA/A3471 Boris Roessler

Jeder sechste Arbeitnehmer in der Europäischen Union ist Niedriglohnempfänger – in Luxemburg ist es jeder achte, in Deutschland sogar mehr als jeder fünfte. Die Zahlen aus dem Jahr 2014 nannte die europäische Statistikbehörde Eurostat am Donnerstag. Gemeint sind Menschen, die nur zwei Drittel oder weniger des mittleren Stundenlohns eines Landes bekommen.

In der EU galt dies laut Eurostat für 17,2 Prozent der Arbeitnehmer. In Luxemburg liegt der Anteil an Niedriglohnempfängern bei 11,9 Prozent, in Frankreich bei 8,8 Prozent, in Deutschland hingegen bei 22,5 Prozent. Die Bundesrepublik liegt mit Lettland, Rumänien, Litauen, Polen, Estland und Großbritannien in der Spitzengruppe. Die niedrigsten Anteile haben Schweden mit 2,6, Belgien mit 3,8 und Finnland mit 5,3 Prozent der Arbeitnehmer. In Luxemburg liegt der Median-Bruttostundenverdienst bei 18,4 Euro, nur drei EU-Länder (Dänemark, Schweden, Irland) weisen höhere Werte auf.

EU-weit lag der Anteil von Niedrigverdienern unter Frauen mit 21,1 Prozent deutlich über dem Durchschnitt. Bei männlichen Arbeitnehmern waren es 13,5 Prozent. In der Gruppe unter 30 Jahren waren 30,1 Prozent Niedrigverdiener, in den Altersgruppen zwischen 30 und 59 Jahren dagegen nur 14 Prozent. In der Gruppe mit niedrigem Bildungsstand bekamen 28,2 Prozent nur Billiglöhne, bei Arbeitnehmern mit hohem Bildungsstand waren es nur 6,4 Prozent.

(L'essentiel/dpa)

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