«Jeder einzelne hat 100 Prozent gegeben»

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Nach dem Türkeispiel«Jeder einzelne hat 100 Prozent gegeben»

In einer Pressekonferenz hat Luxemburgs Nationaltrainer Luc Holtz Fragen zum gestrigen 3-3-Spiel gegen die Türkei beantwortet. Obwohl sein Team ohne Sieg aus dem Nations-League-Spiel ging, zeigt sich Holtz zufrieden.

von
Nicolas Grellier
(in Istanbul)
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Großes Kino in der Türkei.

Großes Kino in der Türkei.

AFP
Die Spieler rund um Trainer Luc Holtz brachten nach dem 3:3 gegen die Türkei einen Punkt mit nach Hause.

Die Spieler rund um Trainer Luc Holtz brachten nach dem 3:3 gegen die Türkei einen Punkt mit nach Hause.

sportspress.lu/Jeff Lahr

sportspress.lu/Jeff Lahr

Ziehen Sie auch ohne Sieg eine positive Bilanz aus dem Spiel?

Obwohl einige gute Spieler fehlten, haben wir es dennoch geschafft dreimal im Spiel zu führen. Ich denke nicht, dass Luxemburg das schon einmal erreicht hat. Wir haben uns dazu entschieden, anders als sonst zu verteidigen. In der zweiten Halbzeit war das dann deutlich schwieriger, da die Türken immer mehr Druck ausübten. In der Offensive, wie auch in der Defensive konnten wir gestern eine Mannschaft sehen, die alles dran gesetzt hat, den Vorsprung zu erhalten. Leider hat es am Ende dann doch nicht geklappt. Wir stehen momentan mit acht Punkten auf dem zweiten Platz und setzen unseren Fokus auf ein erfolgreiches Spiel gegen Litauen. (Sonntag 20.45 Uhr im Stade de Luxembourg)

Wie sehr hat der Ausgleich vor der Halbzeit das Spiel verändert?

Sowas verändert stets das Spiel. Man sieht sich auf einmal mit dem Risiko konfrontiert, in Rückstand zu geraten. Ich habe den Spielern in der Halbzeit gesagt, dass wir mit unserer Art zu pressen zwangsläufig irgendwann mehr Schwierigkeiten haben würden. Wir müssten im richtigen Moment pressen. Und wenn wir körperlich nicht mehr dazu in der Lage sind, müssen wir geduldig sein. Jeder einzelne hat 100 Prozent gegeben.

Glauben Sie, dass ein solches Spiel die Einstellung gegenüber Luxemburg als Gegner ändern kann?

Was für mich zählt, sind die Spieler. Wenn man aus jedem Spiel mit einer 0:5-Niederlage geht, verliert man schnell das Vertrauen in sich selbst. Ich habe mich nach dem Spiel mit einigen von den Spielern unterhalten und ihnen gesagt, dass die Art und Weise, wie Luxemburg vor etwa zehn Jahren gespielt hat – nur mit einem Block und dem Ziel, das Spiel zu beenden – Geschichte ist. Gegen Ende des Spiels gab es einige Situationen, in denen wir schneller hätten herauskommen müssen, in denen wir zu passiv waren. Das ist ein Prozess. Ich möchte, dass meine Spieler positiv und mutig sind und vor allem, dass sie an sich selbst glauben. Die mentale Stärke im Fußball ist sehr wichtig.

Wie sehen Sie die beiden Fehler von Maxime Chanot, die Sie zwei gegnerische Tore gekostet haben?

Das sind Spielsituationen, die in der Vergangenheit schon vorgekommen sind. Ich sehe den Fußball aus einer kollektiven Perspektive. Bei jedem Tor gibt es immer mehrere Verantwortliche. Beim zweiten Tor, dem Eigentor, wurde zum Beispiel nicht genug Druck auf Cengiz Ünder ausgeübt. Vielleicht hatte Max einen schlechten Tag, aber vielleicht ist er es am Sonntag, der uns aus einer schlechten Situation herausholt.

Ein langer Pass von Anthony Moris auf Marvin Martins führte schlussendlich zu einem Tor. Haben Sie diese Aktion taktisch bearbeitet?

Wenn eine Mannschaft offensiv spielt, öffnen sich Räume. Ein langer Pass in den Rücken der gegnerischen Abwehr ist dann eine taktische Waffe. Ich bespreche sowas mit den Spielern, danach sind sie es, die die Entscheidungen treffen. Wenn man nur lang spielt, gewöhnt sich der Gegner daran. In diesem Fall hat es funktioniert.

(nr)

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