Illegale Arbeiter – Jeder Vierte muss jetzt die Koffer packen
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Illegale ArbeiterJeder Vierte muss jetzt die Koffer packen

LUXEMBURG – 652 illegale Arbeiter hofften durch eine Aktion der Regierung, eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten. 180 von ihnen müssen nun aber das Land verlassen.

Bei fast einem Drittel der Antragsteller handelte es sich um Chinesen.

Bei fast einem Drittel der Antragsteller handelte es sich um Chinesen.

AFP

652 illegale Arbeitnehmer im Großherzogtum haben zwischen Anfang Januar und Ende Februar beim Immigrationsministerium einen Antrag auf eine Aufenthaltsgenehmigung gestellt. Möglich war dies im Rahmen einer zeitlich begrenzten Aktion der Regierung, die dadurch die Schwarzarbeit eindämmen wollte und den Illegalen sowie ihren Chefs Straffreiheit zusicherte.

Während 228 Personen einen positiven Bescheid bekamen, müssen mindestens 180 Menschen Luxemburg innerhalb von 30 Tagen verlassen. Ihr Antrag wurde abgelehnt, zum Beispiel weil sie nicht den Mindestlohn verdienen, der Antrag nicht komplett war oder sie nicht glaubwürdig nachweisen konnten, bereits seit neun Monaten in Luxemburg zu leben und zu arbeiten. Reisen sie nicht freiwillig aus, droht ihnen die Abschiebung. 91 Personen wurden aufgefordert, Unterlagen nachzureichen. Bleiben weitere 150 Fälle, die die Ministeriumsmitarbeiter derzeit noch nicht geprüft haben.

Beim Verein Asti, der vielen Illegalen dabei half, den Antrag auszufüllen, zeigte man sich unerfreut, aber nicht überrascht über die hohe Anzahl von Ablehnungen. «Die Bedingungen waren zu streng. Viele hatten Schwierigkeiten, sie zu erfüllen», erklärte Pressesprecher Sergio Ferreira. Der Asti wisse noch nicht, wie genau die Betroffenen des Landes verwiesen würden. «Insgesamt ist das natürlich unerfreulich. Diese Regelung kann menschliche Dramen auslösen. Vielleicht gibt es von Fall zu Fall noch eine andere Lösung.»

(ks/L'essentiel Online/tageblatt.lu)

Aus welcher Nation?

Mit 230 Chinesen stellte diese Nationalität die größte Gruppe unter den Antragstellern dar, gefolgt von 105 Brasilianern, 66 Montenegrinern, 59 Kapverdiern und 43 Serben.

In welchem Gewerbe tätig?

Die meisten – 387 Antragsteller – sind im Gaststättenbereich tätig, 112 in Privathaushalten, 69 im Handwerk und 45 im Bausektor.

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