Cattenom-Übung – «Jedes Land hat seine eigene Philosophie»
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Cattenom-Übung«Jedes Land hat seine eigene Philosophie»

CATTENOM - Bis zum Freitag proben Luxemburg und die Nachbarländer den Ernstfall im AKW Cattenom. Trotz einer guten Organisation gibt es einige Kritikpunkte.

Seit Dienstag übt Luxemburg zusammen mit den deutschen Bundesländern Rheinland-Pfalz und dem Saarland sowie Frankreich und Belgien die Zusammenarbeit bei einem möglichen Störfall im pannengeplagten grenznahen Atomkraftwerk Cattenom. Bis zum Freitag proben die Anrainerländer, wie die Nachsorge nach einem mittelschweren Unfall in der Atomanlage am Besten koordiniert werden kann. An der Übung nehmen insgesamt fast 40 Krisenstäbe, Ministerien, Behörden sowie französische und luxemburgische Militärdienststellen teil.

Jedes Land habe seinen eigenen Krisenstab, der den Ablauf der Aktion koordiniere, berichtet Nuklearingenieur Patrick Breuskin von der Strahlenschutzsektion im Gesundheitsministerium auf Anfrage von «L'essentiel Online». Er ist für die Dürchfühung der Übung von der luxemburgischen Seite zuständig. Beim letzten Teil einer dreigliedrigen Katastrophenschutz-Übung gehe es um den Umgang mit den Folgen nach dem Störfall, bei dem nukleare Emissionen ausgetreten sind und die Umwelt kontaminiert wurde.

Experte: Abstimmung könnte schneller funktionieren

Die luxemburgischen Militärtruppen seien im Feld im Einsatz, um die Messung der Kontaminierung von Menschen, Tieren und Pflanzen zu messen, erzählt Breuskin. Die Daten kommen dann im Krisenstab an; eine radioaktive Karte wird erstellt.

Insgesamt sei er mit der Organisation der Übung zufrieden, sagt Breuskin. Auch die Zusammenarbeit auf der französischen Seite funktioniere gut. Jedoch bemängelt der Experte das Fehlen an IT-Sicherheitskonzepten. Auch die Abstimmung unter den einzelnen Ländern im Falle eines Atomunfalls solle schneller funktionieren, so Breuskin weiter. «Jedes Land hat seine eigene Philosophie.»

(if/L'essentiel Online mit dpa )

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