Plagiatsstreit: Fall Jeff Dieschburg – Beide Parteien kämpfen mit Online-Hate

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PlagiatsstreitFall Jeff Dieschburg – Beide Parteien kämpfen mit Online-Hate

LUXEMBURG – Zwar wurde die Plagiatsklage gegen den luxemburgischen Künstler vergangene Woche abgewehrt, auf Social Media wird er nun jedoch mit Vorwürfen überhäuft. Der Klägerin Jingna Zhang geht es allerdings ähnlich.

von
Olivier Loyens

Instagram

Seit der luxemburgische Künstler Jeff Dieschburg im Juni beschuldigt worden ist, ein Foto der amerikanischen Fotografin Jingna Zhang als Gemälde abgekupfert zu haben, sieht er sich zunehmend öffentlichen Anfeindungen ausgesetzt. Obwohl die Klage in der vergangenen Woche als unbegründet vom Gericht abgewiesen wurde, hat DJ und Musiker Jimmy Harvey nun ein Fake Profil von Jeff Dieschburg auf Instagram entdeckt, in dem es heißt: «Professioneller Plotter, Vollzeit-Plagiator. [...] Schicken Sie mir Ihre Arbeit». Er ist schockiert: «Das ist Cybermobbing!»

Oft werden auch beleidigende Nachrichten direkt an Jeff geschickt, manchmal auch mit seinem Bild. Auf Twitter traf es den Künstler mit Worten wie «F... Jeff Dieschburg» oder «Parasit». Gaston Vogel, Dieschburgs Anwalt, erklärte, er habe bereits eine Klage wegen eines Kommentars eingereicht. Er kündigt an, «gnadenlos» gegen Personen vorzugehen, die zum Hass gegen seinen Mandanten aufrufen.

Auf der Gegenseite ist Jingna Zhang ebenfalls Zielscheibe heftiger Posts. Ein Twitter-Nutzer schrieb beispielsweise: «Du stirbst an einer schweren Depression, du armer Teufel, du wirst bald aus dem Elend herauskommen. Wir werden dich ins Gefängnis stecken». Der Fotografin fällt es sehr schwer, mit solchen Äußerungen umzugehen. «Warum empfinden die Menschen so viel Hass und Verachtung für Künstler? Ich kann nicht aufhören zu zittern», schreibt sie bei Twitter. Ihr Anwalt Vincent Wellens sagt, ebenfalls eine Klage in Betracht zu ziehen. Gleichzeitig bereite er die Akte für die Berufung vor. «Wir werden den Prozess der Entstehung des Fotos noch besser beschreiben», sagte er. Das Gericht entschied vergangene Woche, dass das Foto nicht einzigartig genug sei, um urheberrechtlich geschützt zu sein.

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