Nach Rassismus-Eklat – Jens Lehmann fliegt aus Hertha-Aufsichtsrat

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Nach Rassismus-EklatJens Lehmann fliegt aus Hertha-Aufsichtsrat

Jens Lehmann ist raus bei Hertha BSC. Der Grund: Eine Nachricht an Dennis Aogo, in der er diesen als «quotenschwarzer» bezeichnet.

ARCHIV - 09.02.2020, Bayern, M�nchen: Fu�ball: Bundesliga, Bayern M�nchen - RB Leipzig, 21. Spieltag in der Allianz Arena. Jens Lehmann, ehemaliger Fu�baller und TV-Experte, steht vor dem Spiel im Stadion. (zu "Hertha-Investor Windhorst: Lehmann nicht mehr im Aufsichtsrat") Foto: Sven Hoppe/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gem�� den Vorgaben der DFL Deutsche Fu�ball Liga bzw. des DFB Deutscher Fu�ball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder video�hnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++

ARCHIV - 09.02.2020, Bayern, M�nchen: Fu�ball: Bundesliga, Bayern M�nchen - RB Leipzig, 21. Spieltag in der Allianz Arena. Jens Lehmann, ehemaliger Fu�baller und TV-Experte, steht vor dem Spiel im Stadion. (zu "Hertha-Investor Windhorst: Lehmann nicht mehr im Aufsichtsrat") Foto: Sven Hoppe/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gem�� den Vorgaben der DFL Deutsche Fu�ball Liga bzw. des DFB Deutscher Fu�ball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder video�hnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++

Sven Hoppe

Nach seiner rassistischen Nachricht an den ehemaligen Fußball-Profi Dennis Aogo ist Jens Lehmann mit sofortiger Wirkung nicht mehr Mitglied im Aufsichtsrat von Hertha BSC. Investor Lars Windhorst kappte am Mittwoch die Verbindungen zum Ex-Nationaltorwart. «Jens Lehmann ist nicht mehr Berater», sagte Windhorst-Sprecher Andreas Fritzenkötter der Deutschen Presse-Agentur.

Der Berliner Verein begrüßte umgehend die Entscheidung. «Solche Einlassungen entsprechen in keiner Weise den Werten, für die Hertha BSC steht und sich aktiv einsetzt. Hertha BSC distanziert sich von jeglicher Form von Rassismus», sagte Präsident Werner Gegenbauer.

Nicht der einzige Eklat

Anfang April hatten umstrittene homophobe und migrationsfeindliche Aussagen bereits Torwarttrainer Zsolt Petry den Job beim Hauptstadtclub gekostet. Lehmann sorgte nun mit einer Nachricht beim Messenger-Dienst WhatsApp für den nächsten Eklat. Bekannt wurde sie durch einen Screenshot, den der ehemalige Nationalspieler Aogo bei Instagram Story veröffentlichte.

Dennis Aogo teilte den Screenshot in seiner Instagram-Story.

Aogo, der wie einst Lehmann selbst Sky-Experte ist und am Dienstagabend in der Champions League für den Sender im Einsatz war, hatte alle Nachrichten, die dem Screenshot zufolge vom Handy von Lehmann stammten, bis auf eine geschwärzt. Rot umrandet hatte der 34-Jährige die Frage: «Ist Dennis eigentlich euer quotenschwarzer?» Versehen war der Satz mit einem Lach-Smiley vor dem Fragezeichen. «WOW dein Ernst? @jenslehmannofficial Die Nachricht war wohl nicht an mich gedacht!!!», hatte Aogo Richtung Lehmann gefragt.

Auch «Sky» plant ohne Lehmann

«Sky»-Sportchef Charly Classen zeigte sich «sehr enttäuscht» über Lehmanns Verhalten. Der Sender plane, ihn nicht mehr als Gast einzuladen. «Wir bei Sky verurteilen jegliche Form von Rassismus und geben Rassismus keinen Raum und keine Plattform,» betonte Classen.

Lehmann reagierte am Mittwoch per Twitter und teilte mit: «In einer privaten Nachricht von meinem Handy an Dennis Aogo ist ein Eindruck entstanden für den ich mich im Gespräch mit Dennis entschuldigt habe.» Als ehemaliger Nationalspieler sei Aogo «sehr fachkundig und hat eine tolle Präsenz und bringt bei Sky Quote». Für diesen Beitrag erntete Lehmann bei Twitter weitere scharfe Kritik.

«Ich habe bereits mit Dennis telefoniert und ihn um Verzeihung gebeten »

Der «Bild» sagte Lehmann: «Ich habe bereits mit Dennis telefoniert und ihn um Verzeihung gebeten, wenn meine Äußerung despektierlich rübergekommen ist. Sie war überhaupt nicht so gemeint, sondern positiv. Da er als Sky-Experte fachkundig ist und in seinem Auftreten sehr stark. Und deshalb auch die Quote erhöht. Das wollte ich damit sagen, aber war von mir unglücklich ausgedrückt.» An wen die Nachricht, die offensichtlich nicht an Aogo gehen sollte, eigentlich gerichtet war, erklärte Lehmann nicht.

Der einstige Nationaltorwart gehörte erst seit Mai vergangenen Jahres dem Aufsichtsrat der Profiabteilung Hertha BSC GmbH & Co. KGaA an. Er war für Jürgen Klinsmann nachgerückt, nachdem der ehemalige Nationalcoach nur ein kurzes Intermezzo als Trainer der Hertha gegeben und nach einem unrühmlichen Abgang auch nicht mehr zum Kontrollgremium der Herthaner für Investor Windhorst gehört hatte.

(hoc/L'essentiel/DPA)

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