Mutter mit 18 – «Jetzt ist mein Sohn da und ich liebe ihn»

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Mutter mit 18«Jetzt ist mein Sohn da und ich liebe ihn»

LUXEMBURG - Viele Mädchen werden ungewollt schwanger. Doch wie viele es in Luxemburg tatsächlich sind, ist unklar. Zwei junge Mütter erzählen.

In Luxemburg gibt es keine Zahlen, wieviele Mädchen ungewollt schwanger werden.

In Luxemburg gibt es keine Zahlen, wieviele Mädchen ungewollt schwanger werden.

DPA

Viviana ist eine junge Mutter. Sie hat mit 18 ein Kind bekommen, im Dezember wird ihr Sohn zwei Jahre alt. «Mit 18 war ich nicht wirklich darauf vorbereitet. Zum Glück haben mich mein Freund und meine Mutter unterstützt. Ich brach für ein Jahr die Schule ab, kehrte danach aber wieder auf die Schulbank zurück», erzählt die 20-Jährige.

Für Sophie* (25) verlief die frühe Schwangerschaft schwieriger: «Obwohl meine Familie und die meines Freundes mir zur Seite standen, war es ein Schock für mich», sagt die Mutter eines siebenjährigen Jungen. Zu wenig Vorsicht beim Sex, die Pille danach, die zu spät genommen wurde, und ein Schwangerschaftstest, der zuerst negativ war – dies alles führte dazu, dass Sophie ungewollt Mutter wurde. «Ich habe den Test dann später wiederholt», berichtet sie. «Aber es war schon zu spät, um abzutreiben. Jetzt ist mein Sohn da und ich liebe ihn», so die 25-Jährige weiter.

Viele wollen zuerst einen Schwangerschaftstest machen

Wie viele Jugendliche so wie Viviana und Sophie in Luxemburg ungewollt schwanger werden, ist unklar. Die zuständigen Behörden sehen es als schwierig an, solche Zahlen zu liefern. Beim Planning Familial kennt man das Problem aber zu gut: Viele wenden sich an die Beratungsstelle. Fast die Hälfte dieser Frauen wollen zuerst einen Schwangerschaftstest machen (48 Prozent), um sicher zu sein, wie Claudine Margada, Medizinerin im Beratungszentrum, erzählt. Lediglich vier Prozent fragen nach einer Pille danach.

Viele junge Frauen kommen dabei in der Hoffnung, nicht schwanger zu sein. «Einige weinen, andere freuen sich. Häufig wissen die Eltern darüber schnell Bescheid», sagt Margada. Wenn die Eltern der jungen Frau nicht informiert werden könnten, zum Beispiel aus religiösen Gründen, schicke man sie ins Ausland.

*Vorname von der Redaktion geändert

Chloé Murat/L'essentiel Online

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