Tödlicher Unfall am Filmset – Jetzt spricht die Waffenmeisterin von «Rust»
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Tödlicher Unfall am FilmsetJetzt spricht die Waffenmeisterin von «Rust»

Nach dem tödlichen Schuss von Schauspieler Alec Baldwin auf eine Kamerafrau bei Dreharbeiten hat sich jetzt erstmals die Waffenmeisterin des Films geäußert.

Eine Woche nach dem Tod der Kamerafrau Halyna Hutchins am Set von «Rust» in New Mexico hat die zuständige Waffenmeisterin Hannah Gutierrez-Reed ihr Schweigen gebrochen. In einer von ihren Anwälten Jason Bowles und Robert Gorence herausgegebenen Erklärung leugnete Gutierrez-Reed, jegliche Kenntnis vom Projektil zu haben, das Hutchins tötete. Noch mehr: Sie gibt den Produzenten des Films die Schuld an den unsicheren Bedingungen während der Dreharbeiten.

In der Erklärung heißt es, Gutierrez-Reed sei «am Boden zerstört» über den Tod der 42-jährigen Kamerafrau. Die Waffenmeisterin sprach der Familie der Verstorbenen ihr «tiefstes und aufrichtigstes Beileid» aus. Für Gutierrez-Reed sei Hutchins eine «inspirierende Frau» gewesen, «zu der Hannah aufschaute», heißt es im Schreiben weiter. Das Ziel des Statements sei es jedoch, «einige Unwahrheiten, die in den Medien verbreitet wurden», zu klären. Gutierrez-Reed werde «falsch dargestellt» und man habe sie in den letzten Tagen «verleumdet».

Waffen waren laut Gutierrez-Reed immer unter Verschluss

«Sicherheit ist Hannahs oberste Priorität am Set. Letztlich wäre dieser Dreh nie gefährdet worden, wenn keine scharfe Munition eingeführt worden wäre. Hannah hat keine Ahnung, woher die scharfe Munition kam», so das Statement der Anwälte. Gutierrez-Reed habe nie beobachtet, dass jemand am Set mit dieser Waffe scharfe Munition verschossen habe. Und sie würde das auch nicht zulassen.

Nach Gutierrez-Reeds Schilderung der Ereignisse vom 21. Oktober waren sämtliche Waffen des Films über Nacht und in der Mittagspause von der Produktion unter Verschluss gehalten worden.

Die Produktion soll wenig auf Sicherheit geachtet haben

In der Erklärung wird auch behauptet, dass Gutierrez-Reed kein einziges Mal einen versehentlichen Schuss während eines Drehs erlebt habe. Allerdings sei es zweimal zu einem Vorfall gekommen: Ihrer Meinung nach sei es einmal ein Fehler des Requisiteurs gewesen, das anderen Mal sei ein Stuntman dafür verantwortlich gewesen.

Ihre Aufgabe als Waffenmeisterin sei zudem durch die Produktion selbst behindert worden: «Hannah war in diesem Film für zwei Jobs angestellt, was es extrem schwierig machte, sich auf ihre Arbeit als Waffenmeisterin zu konzentrieren», so das Schreiben der Anwälte.

Gutierrez-Reed behauptet auch, dass sie «für Waffensicherheits- und Wartungsschulungen gekämpft» habe. Ihre Forderungen seien jedoch «von der Produktion und ihrer Abteilung» ignoriert worden. Laut Gutierrez-Reed «war das gesamte Produktionsset aufgrund verschiedener Faktoren unsicher - einschließlich fehlender Sicherheitsbesprechungen.»

Die Erklärung schließt mit dem Hinweis, dass Gutierrez-Reed und ihre Anwälte nächste Woche eine weitere Erklärung abgeben werden, um sich «weiter zu diesen Gerüchten und dem ganzen Vorfall zu äußern.»

Baldwin ging «vorsichtig» mit Waffe um

Weiter beschreibt Russel, dass Baldwin «sehr vorsichtig» mit der Requisitenwaffe umgegangen sei. So habe er sich etwa bei einer vorherigen Schuss-Szene versichert, dass keine Kinder in der Nähe sind, bevor er den Abzug betätigte. Sein Regieassistent hingegen soll schon bei früheren Produktionen Sicherheitsstandards verletzt haben. So wurde er im Jahr 2019 bei einem Job entlassen, weil es zu einem Zwischenfall mit einer Waffe gekommen war.

Die genauen Untersuchungen der Polizei über den Vorfall laufen derzeit noch. Bisher wurde auch noch keine Anklage gegen Mitarbeitende der Produktion erhoben.

(L'essentiel/Karin Leuthold)

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