Von Clinton bis Erdogan – Johnson hat schon die halbe Welt beleidigt

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Von Clinton bis ErdoganJohnson hat schon die halbe Welt beleidigt

Er ist jetzt oberster britischer Diplomat. Dabei hat Boris Johnson – sehr undiplomatisch – schon viele vor den Kopf gestoßen, mit denen er nun zu tun hat.

Premier wollte er nicht werden, den Außenministerposten aber übernimmt er: Boris Johnson hat die Welt einmal mehr in Staunen versetzt. Wo einige seine Ernennung für einen schlechten Witz halten und andere amüsiert auflachen, ist sicher: Boris, wie er in Großbritannien seit seinem Londoner Bürgermeister-Amt genannt wird, polarisiert.

Und das nicht erst seit der Annahme des Brexit-Referendums vom 23. Juni, dessen prominenter Fürsprecher er war. Schon immer hat der in Oxford ausgebildete Altertumswissenschaftler kein Blatt vor den Mund genommen – und so manch bösen Kommentar über jene fallen lassen, mit denen er in seiner neuen Funktion ab heute zusammenarbeiten muss.

Clinton hat ihm vergeben

Der «Guardian» verbreitete eine Liste der Politiker weltweit, die Johnson schon beleidigt hat. Wie sie der Diashow entnehmen können, gehören dazu: US-Präsident Barack Obama, Hillary Clinton, Donald Trump oder der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.

Immerhin: Hillary Clinton, die Johnson einst als «sadistische Krankenschwester einer psychiatrischen Anstalt» bezeichnete, hat ihm laut seinen Angaben verziehen. Es wird sich zeigen, ob die anderen mit Johnsons Spott übergossenen Würdenträger das auch tun werden. Boris' berühmter Charme und seine Schlagfertigkeit dürften genauso helfen wie seine unkonventionelle Art.

Keinen Schaden davongetragen

Ohnehin vermag sich Johnson halbwegs elegant aus Situationen zu retten, die andere kaum unbeschadet überstanden hätten: Bis heute ist unvergessen, wie er zappelnd in einer Seilrutsche hängen blieb oder, vom sportlichen Ehrgeiz gepackt, einen japanischen Jungen beim Rugby umrannte. Geschadet haben derlei Lächerlichkeiten Johnson nie wirklich.

Doch den Clown kann «BoJo», wie ihn die britische Presse auch gerne nennt, im neuen Job nicht mehr ausleben. Und es ist gut möglich, dass das Amt ihn wachsen lässt. Der Politologe Tony Travers von der London School of Economics zumindest ist laut der Nachrichtenagentur AP optimistisch: «Ich denke, im tiefen Inneren ist er eine seriöse Person, mit ernsthaften Zielen.»

(L'essentiel/gux)

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