Zwei Millionen Follower: Joko und Klaas verschenken ihre Instagram-Konten an iranische Aktivistinnen

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Zwei Millionen FollowerJoko und Klaas verschenken ihre Instagram-Konten an iranische Aktivistinnen

Alle paar Wochen erkämpfen sich Joko und Klaas in verschieden challenges eine Viertelstunde Sendezeit auf ProSieben, die sie nach Belieben nutzen können. Diesmal ging es um den Iran.

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Joko und Klaas zählen zu den bekanntesten und erfolgreichsten Fernsehmoderatoren Deutschlands. In ihrer 15-minütigen Sendezeit auf ProSieben sprachen sie zuletzt die Protestbewegung im Iran an.

Joko und Klaas zählen zu den bekanntesten und erfolgreichsten Fernsehmoderatoren Deutschlands. In ihrer 15-minütigen Sendezeit auf ProSieben sprachen sie zuletzt die Protestbewegung im Iran an.

ProSieben
Die beiden Moderatoren verschenken in ihrem neusten Ausschnitt ihre persönlichen Instagramprofile an iranische Aktivistinnen.

Die beiden Moderatoren verschenken in ihrem neusten Ausschnitt ihre persönlichen Instagramprofile an iranische Aktivistinnen.

imago images/VISTAPRESS
Mahsa Amini, die 22-jährige Iranerin, war der Auslöser dieser Protestbewegung. Sie wurde von den Behörden brutal ermordet, weil sie ihr Kopftuch nicht richtig trug.

Mahsa Amini, die 22-jährige Iranerin, war der Auslöser dieser Protestbewegung. Sie wurde von den Behörden brutal ermordet, weil sie ihr Kopftuch nicht richtig trug.

IMAGO/NurPhoto

Zwei der bekanntesten Fernsehmoderatoren Deutschlands unterstützen die systemkritische Protestbewegung im Iran mit geballter Aufmerksamkeit: Joko Winterscheidt (43) und Klaas Heufer-Umlauf (39) haben ihre persönlichen Instagram-Accounts «für immer» an zwei iranische Aktivistinnen verschenkt – es geht dabei um zusammen rund zwei Millionen Follower.

Die beiden ProSieben-Moderatoren kündigten die Solidaritätsaktion am Mittwochabend in der Sendung «Joko und Klaas 15 Minuten live» an. Zuvor hatten sie alle ihre eigenen Posts gelöscht. Minutenlang brachte ProSieben zur besten Sendezeit Aufnahmen der Proteste im Iran und Bilder davon, wie brutal Sicherheitskräfte dagegen vorgehen.

Iranische Frauen erhalten Stimme durch Reichweite

Auf dem Konto von Joko postet in Zukunft Frauenrechtsaktivistin Azam Jangravi, die nach einem Protest gegen das Kopftuchgebot im Iran fliehen musste. Das Konto von Klaas hingegen wird nun von Sarah Ramani von der Bewegung «The Voice of the Streets», übersetzt Stimme der Straße, für Botschaften genutzt. «Wir können nicht mit Europas Regierungen sprechen, aber ihr könnt es», appellierte Ramani, die ihr Gesicht nicht zu zeigen wagte.

«Jeden Tag ändert sich so wahnsinnig viel», sagte Joko. «Und wenn unsere Aufmerksamkeit effektiv sein soll, muss sie nachhaltig und verlässlich sein. Wir möchten, dass die Proteste in unserer Welt wahrnehmbar bleiben und unser gemeinsames Hinschauen Teil der internationalen Druckkulisse wird, die sich gerade im Netz formiert.»

Persönliche Instagram Accounts «für immer» verschenkt

Deswegen, so Klaas, verschenke man die eigene Reichweite an die zwei Frauen, «und zwar für immer». Alles, was ihm und Joko zum Posten einfalle, sei im Vergleich zu den Protesten im Iran nicht viel wert. Das Schlimmste, was geschehen könne, sei, dass niemand hinschaue.

1,46 Millionen Fernsehzuschauer verfolgten die Sendung live am Bildschirm. In den sozialen Medien traf die Aktion auf großes Echo mit breiter Zustimmung und Begeisterung. «Danke, dass ihr eure Stimmen und Reichweite nutzt», schrieb etwa User Christian Lang beim Facebook-Auftritt des Duos. Facebook-Nutzerin Tanja Knoch postete: «Danke für euren Beitrag, mir kamen die Tränen, jede Frau sollte frei in ihren Entscheidungen sein und sie darf nicht unterdrückt werden.»

In den vergangenen Wochen wurden diverse Instagram-Accounts von Prominenten rund um den Globus mit Hashtags zum Iran in den Kommentaren geflutet.

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Auf Facebook feiert die Community das Entertainer-Duo. So schreibt etwa Tanja Knoch: «Danke für euren Beitrag, mir kamen die Tränen, jede Frau sollte frei in ihren Entscheidungen sein und sie darf nicht unterdrückt werden.»

Auf Facebook feiert die Community das Entertainer-Duo. So schreibt etwa Tanja Knoch: «Danke für euren Beitrag, mir kamen die Tränen, jede Frau sollte frei in ihren Entscheidungen sein und sie darf nicht unterdrückt werden.»

Facebook/Joko und Klaas
Und auch Facebook-User Christian Lang kommentiert begeistert: «Danke, dass ihr eure Stimmen und Reichweite nutzt.»

Und auch Facebook-User Christian Lang kommentiert begeistert: «Danke, dass ihr eure Stimmen und Reichweite nutzt.»

Facebook/Joko und Klaas

Auslöser der systemkritischen Massenproteste im Iran war der Tod der 22-jährigen iranischen Kurdin Mahsa Amini. Die Sittenpolizei hatte sie festgenommen, weil sie gegen die islamischen Kleidungsvorschriften verstoßen haben soll. Die Frau starb am 16. September in Polizeigewahrsam. Seit ihrem Tod demonstrieren landesweit Tausende gegen den repressiven Kurs der Regierung sowie das islamische Herrschaftssystem.

Im TV-Format «Joko und Klaas 15 Minuten live» auf ProSieben, dürfen die beiden Entertainer eine Viertelstunde Sendezeit nach Belieben gestalten – dabei nutzen sie meistens die Zeit für ernste gesellschaftliche Themen. An anderen Tagen hingegen machen sie einfach nur Blödsinn. Die Sendezeit erspielen sie sich zuvor in einer Gameshow.

Würdest du dein Instagram-Account verschenken?

(dpa/she)

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