Riskante Flucht – Journalisten fahren auf Schlepperboot mit
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Riskante FluchtJournalisten fahren auf Schlepperboot mit

60 Menschen sind in einem alten Holzboot ohne Kapitän nach Griechenland unterwegs. Ein Video zeigt die gefährliche Reise.

Wie gefährlich die Flucht über das Mittelmeer ist, zeigt jetzt ein Video von zwei französischen Journalisten. Sie sind auf einem Schlepperboot nach Griechenland mitgereist. Die dramatischen Bilder lassen einen nicht kalt.

Die Schlepper lassen die beiden Journalisten Franck Genauzeau und Giona Messina vom französichen Sender «France 2» mitfahren. An der türkischen Küste holen sie die Flüchtlinge ab. 2000 Euro kostet die Überfahrt pro Erwachsenem, 1000 Euro pro Kind.

Genauzeau zeigt auf seinem Twitterkonto ein Bild des Bootes:

Familien mit Kindern dürfen als Erste einsteigen. 60 Menschen, darunter 20 Kinder finden in dem alten Holzboot Platz. Der jüngste Passagier ist ein zwei Monate altes Baby. Alle tragen Schwimmwesten, die den Kindern allerdings viel zu groß sind. Die Menschen sind nervös, viele von ihnen können nicht schwimmen.

Kapitän verlässt das Boot

Die Männer helfen mit, das Boot anzuschieben, damit es aus dem seichten Wasser fahren kann. Ein Schlepper fuchtelt mit einer Waffe herum. Dann bestimmt der Kapitän einen Mann, der das Boot steuern soll. Er selbst springt dann kurzerhand von Bord und schwimmt zurück ans Ufer. Die Flüchtlinge sind auf sich allein gestellt. Einer der Männer rät dem Steuermann, langsam zu fahren. Er wolle sicher ankommen.

Das Ziel – die griechische Insel Lesbos – ist zehn Kilometer entfernt. Vier Stunden wird die Überfahrt dauern. Der Benzingestank ist unterträglich. Die Nacht bricht herein. Plötzlich fällt der Motor aus. Verzweifelt blasen die Menschen in die Pfeifen an ihren Schwimmwesten. Frank Genauzeau setzt mit seinem Handy einen Hilferuf ab und kann die Koordinaten des Bootes durchgeben. Ein griechisches Fischerboot schleppt sie schließlich bis zur griechischen Küste.

Nur Schwimmwesten bleiben zurück

Als sie endlich wieder festen Boden unter den Füßen haben, sind die Menschen erleichtert. Ein Foto von einem Haufen Schwimmwesten an der griechischen Küste ist der letzte Hinweis auf die Reise Richtung Westeuropa, die für die Menschen noch nicht zu Ende ist.

(L'essentiel/ij)

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