Euro-Rettungsschirm – Juncker sorgt in Kopenhagen für Eklat

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Euro-RettungsschirmJuncker sorgt in Kopenhagen für Eklat

Die Erhöhung des permanenten Rettungsschirms ESM für die Eurozone über 800 Milliarden Euro ist beschlossen. Jean-Claude Juncker ist trotzdem sauer.

Die österreichische Finanzministerin Maria Fekter hat Jean-Claude Juncker in Kopenhagen auf die Palme gebracht.

Die österreichische Finanzministerin Maria Fekter hat Jean-Claude Juncker in Kopenhagen auf die Palme gebracht.

AFP

Die Eurozone bekommt einen deutlich höheren Schutzwall im Kampf gegen die seit mehr als zwei Jahren grassierende Schuldenkrise. Nach Angaben der österreichischen Finanzministerin Maria Fekter haben sich die Finanzminister bei ihrem Treffen in Kopenhagen darauf verständigt, die «Brandmauern» auf über 800 Mrd. Euro hochzuziehen.

Die offizielle Pressekonferenz, die das Ergebnis der Tagung der europäischen Finanzminister präsentieren sollte wurde daraufhin von Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker kurzerhand abgesagt. Aus Kreisen der Euro-Länder hieß es der luxemburgische Premierminister sei außer sich darüber gewesen, dass die österreichische Finanzministerin Maria Fekter bereits Ergebnisse aus der Sitzung bekanntgegeben hatte.

«Die Märkte signalieren bereits relative Ruhe»

Der permanente Rettungsschirm ESM, der den bisherigen Rettungsschirm EFSF ablösen soll, hatte nach bisherigen Vereinbarungen einen Umfang von nur 500 Mrd. Euro. In dieser Summe sollten aber bisher schon laufende Rettungsprogramme für Krisenländer im Umfang von rund 200 Milliarden Euro enthalten sein.

Dies wird jetzt geändert, so dass die Schlagkraft der Krisenfonds allein dadurch auf rund 700 Mrd. Euro steigt. Die österreichische Finanzministerin Maria Fekter r zählte dann noch rund 100 Milliarden Euro an bilateralen Hilfskrediten an Griechenland und Hilfsgelder aus EU-Töpfen hinzu. Die Ministerin äußerte sich zuversichtlich, dass die Beschlüsse an den hochnervösen Finanzmärkten für Beruhigung sorgen.

Yves Mersch muss warten

«Die Märkte signalisieren bereits relative Ruhe», sagte Fekter. «Damit kann man erkennen, dass die Märkte mit dem umgehen können, was wir hier aufgestellt haben.»

Die Entscheidung über die Besetzung des freien Postens in der Europäischen Zentralbank, für welchen Yves Mersch vorgesehen ist, wurde hingegen nach Angaben von Jean-Claude Juncker vertagt.

(L’essentiel Online / sda)

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