Griechenland-Gipfel – Juncker verteilt schon wieder fleißig Ohrfeigen
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Griechenland-GipfelJuncker verteilt schon wieder fleißig Ohrfeigen

Während sich die EU-Minister und Griechenlands Vertreter in der Schuldenkrise streiten, klatscht und tätschelt Jean-Claude Juncker, was das Zeug hält.

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Greece's Prime Minister Alexis Tsipras (L) is welcomed with a friendly tap by European Commission President Jean-Claude Juncker ahead of an emergency leader's summit on Greece at the European Commission in Brussels, on June 22, 2015. AFP PHOTO/Emmanuel Dunand

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Greece's Prime Minister Alexis Tsipras (L) is welcomed with a friendly tap by European Commission President Jean-Claude Juncker ahead of an emergency leader's summit on Greece at the European Commission in Brussels, on June 22, 2015. AFP PHOTO/Emmanuel Dunand

AFP/Emmanuel Dunand

Der EU-Gipfel zur Griechenland-Krise ist in vollem Gange. Mittendrin verteilt EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker fleißig Ohrfeigen. Der Luxmburger klatscht und täschelt was das Zeug hält. Das neuste prominente Opfer: Griechenlands Premierminister Alexis Tsipras.

Bereits auf dem Gipfel im Mai in der lettischen Hauptstadt Riga zeigt sich Juncker in Topform – und lockerte die Runde ordentlich auf. Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker war wieder einmal zu Scherzen aufgelegt. Erst begrüßte er den ungarischen Regierungschef Viktor Orban mit einem galanten «Hallo, Diktator» (was Orban Gerüchten zufolge mit einem «Hallo, Großherzog» quittierte).

Juncker reißt Krawattengags

Tsipras wollte Juncker unbedingt seine Krawatte borgen. Markenzeichen des Sozialisten ist nämlich sein lockerer und schlipsloser Fashion-Style. Schon bei Tsipras Kommissionsbesuch vor ein paar Monaten kam Juncker deshalb nicht umher, einige Krawattengags zu reißen.

Danach war der spanische Außenminister Jose Manuel Garcia-Margallo dran. Den begrüßte Juncker zwar nicht als «Diktator» – dafür brachte er aber eine andere Sketcheinlage: Er stellte er sich vor ihm auf und salutierte. Garcia-Margallo salutierte übrigens zurück. Und auch der berüchtigte Knutsch-Juncker mogelte sich unter die Gipfel-Gäste: Herhalten mussten diesmal vor allem der belgische Ministerpräsident Charles Michel (er bekam einen Schlabberer mitten auf die Glatze).

«Wie wild» herumgeläutet

Bereits als er das Kongresszentrum betrat, soll Juncker für Aufregung gesorgt haben. Die Bild-Zeitung berichtet, dass er vor der Sicherheitskontrolle «herumhampelte» und dann die Hände hob, als ob die Securitys eine Waffe gezogen hätten. Danach soll er dem luxemburgischen Außenminister Jean Asselborn «aus Spaß» eine Backpfeife verpasst haben.

Auch während des Gipfels soll Juncker übrigens für Schabernack gesorgt haben: So soll er sich die Glocke, mit der EU-Ratspräsident Donald Tusk die Versammelten normalerweise zur Ruhe bittet, geklaut haben – und damit laut Bild «wie wild» herumgeläutet haben.

(jm/sen/L'essentiel)

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