Günther Oettinger – Junckers Budget-Mann lästert über «Schlitzaugen»

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Günther OettingerJunckers Budget-Mann lästert über «Schlitzaugen»

Der deutsche EU-Kommissar zieht über Chinesen, Frauen und homosexuelle Partnerschaften her. Das sorgt für Empörung. War nicht so gemeint, sagt er jetzt.

Oettinger ist für seine verbalen Ausrutscher bekannt.

Oettinger ist für seine verbalen Ausrutscher bekannt.

DPA/Julien Warnand

Mit abfälligen Äußerungen über Chinesen, Frauen und die Ehe für Homosexuelle hat der deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger heftige Entrüstung ausgelöst. In einer nun öffentlich gewordenen Rede vor Unternehmern in Hamburg hatte er unter anderem von «Schlitzaugen» sowie von «Homo-Pflichtehe» gesprochen. Über eine chinesische Regierungsdelegation sagte er: «Keine Frauenquote, keine Frau, folgerichtig.» Oettinger erntete wiederholtes Gelächter seiner Zuhörer, wie ein im Internet veröffentlichtes Video mit Redeauszügen zeigt.

Der CDU-Politiker Oettinger, dem Kommissionschef Jean-Claude Juncker künftig die wichtigen Bereiche Budget und Personal anvertrauen will, verteidigte sich daraufhin gegen den Vorwurf der Fremdenfeindlichkeit. Dass er in seiner umstrittenen Rede das Wort «Schlitzauge» verwendet habe, sei nicht anstößig gemeint gewesen. «Das war eine etwas saloppe Äußerung, die in keinster Weise respektlos gegenüber China gemeint war», sagte er der Welt (Online: Samstag).

Auch Politiker in Luxemburg kritisieren Oettinger für seine Aussagen. «Bravo, Juncker hat eine gute Wahl getroffen», höhnt LSAP-Fraktionschef Alex Bodry auf Twitter.

Oettinger hatte seine Rede in Hamburg vor Unternehmern gehalten. «Ich wollte im digitalen Sektor, generell bei technologisch geprägten Sektoren aufzeigen, wie dynamisch die Welt ist. Und welche Herausforderung das enorme Tempo der Aufholjagd von Ländern wie China und Südkorea für uns darstellt. Und ich wollte in diesem Zusammenhang vor Selbstzufriedenheit warnen.» Er fügte hinzu: «Die Chinesen sind einfach clever.» Wenn sie einen Technologievorsprung Europas nicht selbst aufholen könnten, dann kauften sie entsprechende Firmen. «Europäische Unternehmen stehen da umgekehrt in China vor größeren Hürden.»

Biberach und die Wallonie

Auch die Homo-Ehe habe er nicht als solche angreifen wollen, sagte Oettinger, der von «Homo-Pflichtehe» gesprochen hatte. «Ich habe die Homo-Ehe in einer Liste von Themen, Initiativen und Debatten genannt, die in Deutschland die politische Tagesordnung bestimmen», erläuterte er. «Mir geht es darum, diese Liste an Themen zu ergänzen - insbesondere um das Thema Wettbewerbsfähigkeit.»

Er sei auch nicht gegen eine Frauenquote. «Die Quote ist ein wichtiges Instrument, um eine angemessene Mindestbeteiligung von Frauen in Spitzengremien zu erreichen», sagte Oettinger. Seine Rede sei nicht anstößig gemeint gewesen. «Man muss den Gesamtzusammenhang sehen, in dem ich mich geäußert habe», sagte er. Auch im Hinblick auf die wallonischen Bedenken gegen Ceta sorgte Oettinger für Aufregung. Er meinte sinngemäß: Wenn die Wallonie bei Ceta mitreden dürfe, könne man ja gleich den Kirchengemeinderat von Biberach (Oberschwaben) fragen.

(L'essentiel/dpa)

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