Eurogruppen-Chef – Junckers Stelle ist nun offiziell ausgeschrieben

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Eurogruppen-ChefJunckers Stelle ist nun offiziell ausgeschrieben

Das Rennen um die Nachfolge von Eurogruppen-Chef Juncker ist eröffnet. Der deutsche Finanzminister Schäuble wünscht sich einen Kandidaten aus einem Triple-A-Staat.

Im Rennen ist unter anderem Finnlands Premier und früherer Finanzminister Jyrki Katainen.

Im Rennen ist unter anderem Finnlands Premier und früherer Finanzminister Jyrki Katainen.

AFP

Er sei mit EU-Gipfelchef Herman Van Rompuy im Kontakt, sagte der luxemburgische Premierminister am Montag vor Beratungen mit den Euro-Kassenhütern in Brüssel. Details nannte er nicht. Junckers Mandat läuft Ende Juni aus.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble spricht sich dafür aus, dass der Nachfolger aus einem Euro-Staat mit einer Einsernote bei den Ratingagenturen kommen sollte. Das sind außer Deutschland noch Luxemburg, Finnland und die Niederlande. Die sogenannten AAA-Länder seien «am besten geeignet, einen Kandidaten zu präsentieren», sagte Schäuble der niederländischen Zeitung «De Volkskrant» (Montag).

Schäuble äußerte sich in Brüssel zunächst nicht zu der Top-Personalie. Sein niederländischer Amtskollege Jan Kees de Jager, der als Hardliner in dem Euroclub gilt, nahm sich selbst aus dem Rennen. «Ich habe schon voriges Jahr gesagt, dass ich kein Interesse habe.»

Auch Finne wird gehandelt

Die französische Tageszeitung «Le Monde» (Dienstag) brachte mit Hinweis auf einen hochrangigen Diplomaten den italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti für den Spitzenjob ins Spiel. Monti führt auch das Wirtschaftsressort. Diplomaten wandten allerdings ein, dass Italien mit Mario Draghi bereits den Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) stelle.

Ein möglicher Kandidat ist laut Diplomaten Finnlands Premier und früherer Finanzminister Jyrki Katainen.

Luxemburgs Ministerpräsident hatte Anfang März angekündigt, seine Nachfolge solle zusammen mit den fälligen Neubesetzungen bei der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (Osteuropabank/London) sowie im Direktorium der EZB entschieden werden. Mit schnellen Beschlüssen wird deshalb nicht gerechnet.

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