Beamtenreform – Junckers Vorschläge in der Kritik

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BeamtenreformJunckers Vorschläge in der Kritik

DOMMELDINGEN - Die von Premierminister Juncker am Mittwoch angesprochenen Punkte zur Beamtenreform haben erneut Kritik bei der CGFP-Konferenz in Dommeldingen geerntet.

Die Rede zur Lage der Nation, die Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker am Mittwoch gehalten hatte, stand erneut im Kreuzfeuer der Kritik am Freitag bei der Pressekonferenz in Dommeldingen. Diesmal übte die CGFP-Gewerkschaft Kritik an Junckers Vortrag zur Beamtenreform.

Die CGFP sei nicht mit Junckers Vorschlag einverstanden, die Dauer des beruflichen Einführungspraktikums von zwei auf drei Jahre zu verlängern, hieß es am Freitagmittag in der Konferenz. Juncker hatte in seiner Rede erwähnt, dass die dreijährige Frist auf zwei Jahre verkürzt werden kann, solange dies die Erfahrung des Praktikanten erlaubt.

Laut CGFP ist der Vorschlag von Juncker ein «reines Wirtschaftskalkül»: Die Regierung solle mehr Wert auf Ausbildung legen, forderte die Gewerkschaft. Skeptisch ist die CGFP auch gegenüber der Idee von Juncker, Praktikanten nur zu 80 Prozent im Vergleich zu anderen Beamten zu vergüten. «Obwohl Praktikanten nicht zu 100 Prozent beschäftigt sind, liegt der vom Premierminister vorgeschlagene Prozentsatz unter dem Niveau des Privatsektors», schimpften die Gewerkschaftsvertreter weiter.

Junckers Antwort in 15 Tagen gefordert

Mit den Vorschlägen des Premierministers, die Leistungsbewertung der Beamten zu ändern, ist die Gewerkschaft ebenfalls unzufrieden. «Warum sollen wir die bereits etablierten Regeln im öffentlichen Dienst durch willkürliche Initiativen in Frage stellen?», betonte der CGFP-Generalsekretär Romain Wolff. Die in der Rede zur Lage der Nation angesprochenen Punkte werden laut Wolf zum Sozialabbau führen.

Viele Fragen bleiben somit nach Junckers Rede für die CGFP offen; die Gewerkschaft erwartet nun eine Reaktion vom Premierminister in den nächsten 15 Tagen. Romain Wolff: «Wir sind kompromissbereit und für einen Dialog offen.»

if/jv/L'essentiel Online mit Patrick Théry

Auch der Luxemburger Landesverband der Eisenbahner, Öffentlichen Bediensteten und Transportarbeiter (FNCTTFEL) kritisierte scharf die Erklärung des Premierministers zur Lage der Nation an diesem Mittwoch. Laut der Organisation läßt sich darin die Bestrebung der Regierung erkennen, den im vergangenen Jahr bereits eingeleiteten Sozialabbau verstärkt fortzuführen. «Wir machen noch einmal deutlich, dass wir keine Nullrunde bei den kommenden Lohnverhandlungen im öffentlichen Sektor hinnehmen werden», betont der Verband in seiner Pressemitteilung.

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