Prekäre Entlohnung – Junge Anwälte kämpfen für mehr Anerkennung

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Prekäre EntlohnungJunge Anwälte kämpfen für mehr Anerkennung

LUXEMBURG - Junge Anwälte verdienen in Luxemburg oft nicht mehr als 2000 Euro im Monat. Und jetzt werden ihnen auch noch staatliche Zuschüsse gekürzt.

Ist die Entlohnung von jungen Anwälten in Luxemburg ungerecht?

Ist die Entlohnung von jungen Anwälten in Luxemburg ungerecht?

DPA

Ein guter Abschluss an der rechtswissenschaftlichen Fakultät und die Zulassung bei der Luxemburger Anwaltskammer sind nicht zwangsläufig eine Garantie für ein komfortables Gehalt. Das behauptet zumindest Anissa Bali, Präsidentin der Nachwuchsorganisation der Anwaltskammer «Conference du Jeunne Barreau de Luxembourg», in einem Brief an Kammervorstand Rosario Grasso.

In ihren Schreiben beschwert sich Bali über die «Art und Weise», dass die Regierung entschieden hat, die staatliche Unterstützung der Hospitanten von 450 Euro auf 150 Euro pro Monat zu reduzieren. Diese Hospitanten bearbeiten Rechtsstreitigkeiten und unterscheiden sich in keiner Weise von einem fertigen Anwalt », sagt Bali. Dennoch bekämen sie nur zwischen 1500 und 2000 Euro Brutto, wovon 24 Prozent für die Sozialversicherung abgezogen würden, da sie als Selbständige gelten.

«Die Arbeitgeber sollten anständig bezahlen»

«In meinem Brief beschwere ich mich über diese Vorgehensweise. Aber die Lösung der Situation sollte nicht vom Staat kommen, sondern von den Arbeitgebern, die ihre Praktikanten und Hospitanten anständig entlohnen sollten», erklärt die junge Anwältin, die selbst seit zehn Jahren praktiziert.

Jedes Jahr würden zwischen 300 und 400 Anwälte ihre Zulassung zur Anwaltskammer bestehen. Bali befürchtet, dass zukünftige Anwaltsgenerationen «verramscht» werden. In ihrem Brief schlägt sie vor, dass Mindestlöhne eingeführt werden.

(Patrick Théry/L'essentiel)

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