Internationaler Fußball – Juves Meisterfeier vertagt – Monaco vor Titelgewinn

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Internationaler FußballJuves Meisterfeier vertagt – Monaco vor Titelgewinn

Bis auf Deutschland und England ist in Europas Topligen noch keine Entscheidung in Sachen Meisterschaft gefallen. Juventus Turin, AS Monaco und Real Madrid haben beste Chancen.

Monacos Stürmer Kylian Mbappé im Spiel gegen Lille.

Monacos Stürmer Kylian Mbappé im Spiel gegen Lille.

AFP/Yann Coatsaliou

4:0 deklassierte Monaco Lille und ist unter normalen Umständen nicht mehr von der Pole-Position der Ligue 1 zu verdrängen. Die AS Monaco siegt weiter und stürmt dem Titelgewinn unaufhaltsam entgegen. Zu nehmen ist die erste Trophäe seit 17 Jahren der Equipe aus dem Fürstentum nur noch in der Theorie. Ein Remis im Nachtrag gegen Saint-Etienne genügt zum endgültigen Durchbruch auf Kosten von PSG. Verfolger Paris hielt in der vorletzten Runde zwar Schritt (5:0 in Saint-Etienne), die wegen eines Fehltritts in Nizza eingehandelte Differenz ist nach sportlichem Ermessen für den Titelträger der letzten vier Saisons nicht mehr zu kompensieren.

Nizza, bis im Finish der überraschende Außenseiter, der auf das führende Duo Druck ausübte, verlor zum ersten Mal seit April 2015 zwei Spiele in Folge. Im Verein von Lucien Favre ist die Spannung weg. Vor über 30.000 Anhängern bezog die verletzungsbedingt dezimierte Auswahl gegen den Pokalfinalisten Angers im letzten Heimspiel die erste Niederlage. Ob Favre seinen Weg im Sommer im Süden Frankreichs fortsetzen wird, ist ungewiss. In Dortmund wird er als möglicher Nachfolger des schwer angezählten Thomas Tuchel gehandelt. «Ich kommentiere keine Spekulationen», sagte Favre. Er blendet öffentlich aus, was aber womöglich längst mehr ist als ein Spiel der Medien.

Entscheidung in Spanien am letzten Spieltag

Die Roma hat Juventus beim 3:1 im Olimpico zwar gebremst, aufzuhalten wird der Serienmeister kaum sein. Es ist nicht anzunehmen, dass der mental robuste Titelverteidiger seinen Vorsprung von vier Punkten in den letzten 180 Meisterschaftsminuten verspielt. Fünf Tage nach der zweiten Final-Qualifikation in der Champions League innerhalb von zwei Jahren erlitt Juventus einen überraschenden Rückschlag. Die Turiner müssen ihre sechste Meisterfeier hintereinander wegen der ersten Niederlage seit dem 15. Januar (1:2 gegen Fiorentina) zumindest aufschieben, die Roma hat die Differenz zwei Runden vor Schluss auf vier Punkte verkürzt. Die beste Squadra der 119-jährigen Juve-Geschichte beschränkte sich gegen den aufgeputschten Herausforderer zu früh auf das Minimum. Die Römer nutzten die Gunst der passiven Meisterstunde und stürmten nach der Pause in beeindruckender Manier zur Wende. Stephan El Shaarawy war beim kursweisenden 2:1 vom Glück begünstigt, dass der wenig später ersetzte Schweizer Verteidiger Stephan Lichtsteiner den Ball entscheidend touchierte.

In Spanien fällt die Titelentscheidung zwischen Tabellenführer Real Madrid und dem FC Barcelona erst am letzten Spieltag. In der zweitletzten Runde setzte sich Real zuhause gegen den FC Sevilla 4:1 durch, Barcelona siegte in Las Palmas dank eines Dreierpacks von Neymar ebenfalls 4:1, womit beide weiterhin punktgleich sind, Real aber am Mittwoch in Vigo noch ein Nachholspiel austragen darf. Zum Saisonabschluss am nächsten Sonntag gastieren die Madrilenen in Malaga, Barça empfängt zuhause Eibar. Bei Punktgleichheit würde Barcelona aufgrund des Vorteils im direkten Vergleich seinen Titel verteidigen. Cristiano Ronaldo erzielte mit einem Abstauber zum 2:0 und einem herrlichen Schuss ins Lattenkreuz zum 3:1 die Pflichtspieltreffer 400 und 401 für Real. Den Vereinsrekord hält der 32-jährige Portugiese, der seit 2009 für die Königlichen spielt, schon lange. Auf Platz 2 in der ewigen Bestenliste liegt Raul mit 323 Toren vor Alfredo Di Stefano mit 308 Treffern.

Von der Niederlage Sevillas profitierte auch Atlético Madrid, das sich dank einem 1:1 bei Betis Sevilla Rang 3 und damit die direkte Qualifikation für die Champions League sicherte. Der FC Sevilla wird die Saison auf Platz 4 beenden und nimmt damit an der Champions-League-Qualifikation teil. Als dritter Absteiger steht Sporting Gijon fest. (sda)

(L'essentiel/sda)

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