Syrien – Kämpfe um Grenzübergang bei Kobane

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SyrienKämpfe um Grenzübergang bei Kobane

Vor den Augen der Weltöffentlichkeit baut die Terrormiliz IS ihre Machtstellung in Syrien aus.

Die Entscheidungsschlacht um die syrische Kurdenstadt Kobane ist voll entbrannt. Nach Angaben kurdischer Aktivisten hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) am Freitag mit massiven Angriffen auf eine wichtige Verbindungsstraße zur türkischen Grenze begonnen, um die letzte Kurdenbastion in der Region gänzlich von der Außenwelt abzuschneiden.

Laut der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte haben die Islamisten dafür sämtliche Kräfte in Bewegung gesetzt. Die Dschihadisten haben die Stadt bereits von drei Seiten umstellt.

IS will Grenzstreifen zur Türkei erobern

Sollte der IS Kobane erobern, hätten die sunnitischen Extremisten einen durchgängigen Grenzstreifen zur Türkei unter ihrer Kontrolle. In Syrien und im Irak haben sie seit Juni in weiten Landstrichen die Macht inne. Im Irak sind es vor allem große Teile der von Sunniten bewohnten Gebiete im Norden und in der westirakischen Provinz Anbar.

In der Türkei kosten die Proteste gegen die türkische Untätigkeit im Kampf um Kobane immer mehr Menschen das Leben. Inzwischen seien bei Zusammenstößen vor allem im kurdisch geprägten Südosten des Landes 31 Menschen getötet worden, sagte Innenminister Efkan Ala in Ankara nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu. Zusätzlich seien am Donnerstag zwei Polizisten in Ostanatolien erschossen worden. 360 Menschen seien verletzt worden, darunter 139 Polizisten.

Ausschreitungen in der Türkei

In 35 der 81 türkischen Provinzen sei es seit Dienstag zu Ausschreitungen gekommen. Die Türkei hat an ihrer Südgrenze Panzerverbände in Schuss- und Sichtweite von Kobane stationiert, ist aber nicht bereit, allein mit Bodentruppen gegen den IS vorzugehen.

Nach Angaben der in Großbritannien ansässigen oppositionsnahen syrischen Menschenrechtsbeobachter brachte der IS in Ostkobane mit Motorrädern Waffennachschub zu seinen Kämpfern, um die lebenswichtige Versorgungsroute der Kurden zu kappen. Ein kurdischer Aktivist namens Farhad al-Shami in der Ortschaft sagte der dpa am Telefon, die Dschihadisten hätten die Straße am frühen Morgen unter massiven Beschuss genommen. Seinen Informationen nach starben rund 200 kurdische Kämpfer, seit am Montag der IS in die strategisch wichtige Grenzstadt eingedrungen ist.

USA setzen Luftangriffe fort

Die USA und ihre Verbündeten setzten den Luftkrieg gegen den IS in der Nacht zum Freitag fort. Laut den Menschenrechtsbeobachtern wurden dabei zwei Stellungen der Dschihadisten im Osten Kobanes und einer im Süden der Stadt getroffen. Am Donnerstag seien neun Ziele im Norden und Süden beschossen worden, teilte das Zentralkommando des US-Militärs in Tampa (Florida) mit. Dabei seien mehrere von dem IS genutzte Gebäude sowie Panzer der Terrormiliz zerstört worden.

(L'essentiel/dpa)

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