Hahn in der Krise – Käufer-Frist am Hunsrück-Airport abgelaufen
Publiziert

Hahn in der KriseKäufer-Frist am Hunsrück-Airport abgelaufen

LAUTZENHAUSEN – Seit heute ist die Frist für Kaufkonzepte des insolventen Krisen-Airports Hahn abgelaufen. Gleichzeitig hat Ryanair schon einen Sommerflugplan im Petto.

Die Zukunft des Hunrück-Airports ist weiterhin ungewiss.

Die Zukunft des Hunrück-Airports ist weiterhin ungewiss.

DPA/Thomas Frey

Am insolventen Hunsrück-Flughafen Hahn ist am Mittwoch um 12.00 Uhr eine Frist für Konzepte von Kaufinteressenten abgelaufen. Das teilte ein Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Jan Markus Plathner der Deutschen Presse-Agentur mit. Details nannte er noch nicht. Schon kurz vor Weihnachten hatte am Hahn eine erste Frist für Interessenbekundungen von Investoren geendet. Plathner sprach wiederholt von einem regen Interesse.

Kürzlich zeigte er sich erneut optimistisch, den Flugbetrieb auch im Februar aufrechterhalten zu können. Eine dauerhafte Fortführung hänge aber von einer Verringerung der Verluste ab - und dass «der Investorenprozess auch mit Blick auf notwendige behördliche Genehmigungen zeitnah abgeschlossen werden kann». Der Betriebsrat hofft nach eigenen Worten, dass der Hahn als Flughafen und nicht nur als ein größerer Gewerbepark erhalten bleibt.

Sommerflugplan trotz Insolvenz

Der Billigflieger Ryanair plant offenbar weiterhin mit dem Krisen-Airport, wurden doch die Flugziele für den Sommerflugplan ab Hahn deutlich aufgestockt, wie der Trierische Volksfreund berichtet. Auffällig dabei ist, dass gleich mehrere Ziele angeboten werden, die bis jetzt vom Frankfurter Flughafen aus bedient werden. Da die Iren sich dort nach einem Streit über hohe Gebühren zurückziehen wollen, könnte dem kriselnden Hunsrück-Airport ein zweiter Frühling blühen, wenn man die Insolvenz überwinden kann.

Anfang Februar soll das eigentliche Insolvenzverfahren eröffnet werden. Das zeitlich befristete Insolvenzgeld für die Mitarbeiter wird dann schon drei Monate lang geflossen sein. Die Februar-Löhne und -Gehälter müsste der Flughafen wieder selbst zahlen. Zugleich laufen hier auch Ermittlungen wegen des Verdachts auf bandenmäßige Untreue, Subventionsbetrug und Insolvenzverschleppung.

Der Airport Hahn hatte im Oktober 2021 Insolvenz angemeldet. Der inzwischen ebenfalls angeschlagene chinesische Konzern HNA hatte 2017 für rund 15 Millionen Euro 82,5 Prozent des Airports vom Land Rheinland-Pfalz erworben. Das Land Hessen hält noch 17,5 Prozent.

(L'essentiel/dpa)

Deine Meinung