Formel 1 – Kalte Dusche für Vettel: «Kein Grund zur Panik»

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Formel 1Kalte Dusche für Vettel: «Kein Grund zur Panik»

Kalte Dusche für Sebastian Vettel in der «Sauna» von Sepang: Der Formel1-Weltmeister musste sich im Training zum Großen Preis von Malaysia zweimal Mark Webber im zweiten Red Bull geschlagen geben.

Mark Webber fährt der Konkurrenz in Sepang davon.

Mark Webber fährt der Konkurrenz in Sepang davon.

DPA

Vorjahressieger Sebastian Vettel hat zum Auftakt des Großen Preises von Malaysia im Training eine herbe, allerdings folgenlose Niederlage einstecken müssen. Mit der schnellsten Runde in beiden Durchgängen revanchierte sich sein Red-Bull-Teamkollege Mark Webber eindrucksvoll für die schmerzhafte Heimschlappe gegen den deutschen Formel1-Weltmeister beim Saisonstart in Australien. «Das ist kein Grund zur Panik», sagte Vettel gelassen. «Mark war einfach einen Tick schneller.»

«Der Vormittag war nicht sehr lehrreich»

Vettel wies am Freitagvormittag auf dem Sepang International Circuit als abgeschlagener 17. die Ewigkeit von 3,976 Sekunden Rückstand auf. Allerdings absolvierte er bei Temperaturen um die 30 Grad und der typischen subtropischen Schwüle ein Langstrecken-Programm. In der Nachmittagssession steigerte sich der 23 Jahre alte Hesse aus Heppenheim auf Rang vier und war dabei «nur» noch 0,214 Sekunden langsamer als Webber.

«Der Vormittag war nicht sehr lehrreich, am Nachmittag hat es gut gepasst», zog Vettel eine zwiespältige Bilanz. Er müsse «noch ein bisschen» an sich arbeiten und sei sicher, schneller fahren zu können. Der elfmalige Grand-Prix-Gewinner bestritt, im ersten Durchgang nur herumgezuckelt zu sein: «Es ist nicht ratsam, am Freitag rumzueiern und nicht die Hosen herunterzulassen.»

Schumacher macht Fortschritte

Bei Mercedes GP kehrte nach dem desaströsen Doppelausfall von Melbourne neue Zuversicht ein. Rekord-Champion Michael Schumacher (Kerpen) belegte als zunächst bester Deutscher mit dennoch stolzen 2,140 Sekunden Rückstand auf Webber Rang drei; danach landete der dreimalige Sepang-Sieger mit 1,212 Sekunden Plus auf dem fünften Platz. Sein Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg (Wiesbaden) bestätigte als Zehnter und Siebter den Aufwärtstrend bei den Silberpfeilen.

«Wir haben definitiv einen Schritt in die richtige Richtung gemacht», urteilte Schumacher. Mercedes sei näher an seiner guten Vorstellung bei den Tests gewesen als an der von Australien. «Ich bin zuversichtlich, dass noch mehr kommt in den nächsten zwei Tagen», sagte er angesichts der gut funktionierenden Aerodynamik und des in Melbourne verrückt spielenden Energierückgewinnungssystems KERS. «Heute war ein produktiver Tag für uns mit vielen Runden und wenig Problemen», bilanzierte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Heidfeld nach sechs Runden in die Box zurück

Aufhorchen ließ auch Nick Heidfeld . Trotz großer technischer Probleme an seinem Lotus-Renault , die ihn zu langen Pausen zwangen, schaffte es der 33 Jahre alte Mönchengladbacher als Siebter und Achter jeweils in die Top Ten. «Auf einmal hat das Vorderrad blockiert und nicht mehr aufgehört zu blockieren», schilderte Heidfeld sein Missgeschick, als er nach nur sechs Runden langsam an die Box zurückrumpeln musste. Im zweiten Durchgang konnte er erst nach 45 der 90 Minuten wieder auf die Strecke. Sein russischer Teamkollege Witali Petrow war am Vormittag wegen einer gebrochenen Aufhängung spektakulär ins Kiesbett geschossen.

Hamilton und Button jagen Webber

McLaren unterstrich, dass es beim zweiten Saisonlauf am Sonntag (Start: 10.00 Uhr MESZ/RTL und Sky ) ein Wort um den Sieg mitreden wird. Der Melbourne-Zweite Lewis Hamilton kam auf die Ränge zwei und drei. Sein britischer Landsmann Jenson Button wies als Zweiter im zweiten Durchgang nur fünf Tausendstelsekunden Rückstand auf Webber auf, der in 1:36,876 Minuten die Tagesbestzeit erzielte.

Vor dem Malaysia-Grand-Prix führt Titelverteidiger Vettel die WM mit 25 Punkten an. Hamilton (18 Punkte) ist Zweiter vor Petrow (15).

L’essentiel Online /

(dpa)

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