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Xavier BettelKann Luxemburg im August die Krise hinter sich lassen?

LUXEMBURG – Angesprochen auf das Thema Herdenimmunität, sagt Premierminister Xavier Bettel (DP), er hoffe auf «einen ruhigen August und eine Rückkehr unter guten Vorzeichen».

Xavier Bettel ist optimistisch, schließt aber neue Maßnahmen nicht aus, wenn sich die Situation verschlechtert.

Xavier Bettel ist optimistisch, schließt aber neue Maßnahmen nicht aus, wenn sich die Situation verschlechtert.

Editpress/Julien Garroy

Wie Premierminister Xavier Bettel (DP) bei seiner Pressekonferenz am Mittwochnachmittag selbst bekannte, ist die Öffnung der Terrassen «unter Auflagen» vor allem symbolischer Natur. Bettel sehe jedoch nicht, dass die Gesundheitskrise bald vorbei sei, sondern im Gegenteil uns noch einige Monate begleiten werde. «Ich kann nicht garantieren, dass bis zum 23. Juni wieder alles gut sein wird», so die Antwort des Regierungschefs auf die Prophezeiung von EU-Kommissar Thierry Breton, der eine kollektive Immunität Europas bis zum 14. Juli in Aussicht gestellt hat. Die Aussage beruhe auf der Annahme, dass man mehr Impfstoff geliefert bekomme, solange die Lieferungen nicht da seien, wolle er sich nicht «zu früh freuen».

Für Bettel sei es realistischer, dass die meisten Menschen bis zum Hochsommer geimpft seien. Das würde einen ruhigen August bedeuten und man könne mit guten Voraussetzungen ins neue Schuljahr starten. Für Ostern zeigte sich der Premierminister entschlossen, es werde keine Ausnahmeregelungen für das Osterfest geben. Dennoch betonte Bettel: «Wer glaubt, dass der Virus mit dem Osterhasen auf Eiersuche geht, der irrt. Es ist weiterhin da.» Der Regierungschef ergänzte, dass Ostern ein Familienfest sei, aber Ziel der Maßnahmen sei es, Trauer in der Familie zu vermeiden.

Auf die Frage nach der Abstimmung der Maßnahmen auf europäischer Ebene erklärte Xavier Bettel, dass in erster Linie die nationalen Indikatoren für die Entscheidungen in Luxemburg maßgeblichen seien. Man bitte nicht um die Erlaubnis der Nachbarn. Die Luxemburger Intensivstationen seien mit einer Belegungsrate zwischen 20 und 25 Prozent weit entfernt davon gesättigt zu sein, erläuterte Bettel, in anderen Länderen sehe man Auslastungen von 70 Prozent. «Ich habe nicht den Eindruck, dass wir ein regionales UFO sind. Trier hat seine Terrassen auch geöffnet», lautet das Fazit des Regierungschefs.

(Thomas Holzer/L'essentiel)

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