Jugendschutz: Kann man bald nur noch mit laufender Kamera Pornos schauen?

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JugendschutzKann man bald nur noch mit laufender Kamera Pornos schauen?

Die Politik will Teenager besser vor Pornos schützen. In Deutschland soll eine Gesichtserkennungssoftware zum Einsatz kommen.

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Der Konsum von Pornos ist jugendgefährdend. Trotzdem gibt es kaum Schutzmaßnahmen, Websites wie Pornhub oder xHamster sind ohne Alterskontrolle zugänglich. In Deutschland hat man womöglich eine Lösung: Wer Pornos schauen will, muss bald zuerst die Web- oder die Selfiecam einschalten, um das Alter zu verifizieren.

Der Konsum von Pornos ist jugendgefährdend. Trotzdem gibt es kaum Schutzmaßnahmen, Websites wie Pornhub oder xHamster sind ohne Alterskontrolle zugänglich. In Deutschland hat man womöglich eine Lösung: Wer Pornos schauen will, muss bald zuerst die Web- oder die Selfiecam einschalten, um das Alter zu verifizieren.

20min/Simon Glauser

Pornos sind Jugendgefährdend. Trotzdem gibt es kaum Schutzmaßnahmen, Websites wie Pornhub oder xHamster sind ohne Alterskontrolle zugänglich. Dieses Problem haben auch andere Länder. In Deutschland soll schon bald eine Gesichtserkennungssoftware, die mit künstlicher Intelligenz lernt, Abhilfe schaffen.

Wer Pornos schauen will, muss also womöglich bald zuerst die Web- oder die Selfiecam einschalten. Die Software erkennt, wie alt der Nutzer oder die Nutzerin ist. «Der Einsatz von KI hält in sämtliche Bereiche des Lebens Einzug», sagt Marc Jan Eumann, Vorsitzender der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM), gegenüber dem Nachrichtenportal «Euractiv». Die KJM ist die zentrale Aufsichtsstelle für den Jugendschutz im privaten bundesweiten Fernsehen sowie im Internet.

Dass KI nun auch zum Schutz von Kindern und Jugendlichen eingesetzt werden könne, sei ein wichtiger Schritt. «Das ist der nächste Meilenstein im technischen Kinder- und Jugendmedienschutz.» Um sicherzugehen, soll eine «Pufferzone» geschaffen werden: Zugriff auf Websites mit Inhalt für über 18-Jährige soll nur erhalten, wer von der KI als 23 Jahre alt eingestuft wird.

«Der Datenschutz wäre theoretisch gewährleistet»

Lionel Bloch, Gründer und Geschäftsführer des IT-Sicherheits- und IT-Forensikunternehmens Forentec sagt, dass es technisch durchaus möglich sei, eine entsprechende Software zu programmieren, die funktioniere. «Theoretisch ist auch der Datenschutz gewährleistet. Der Faktor Mensch spielt dabei aber eine wesentliche Rolle und eine solche Applikation würde ein lukratives Angriffsziel für Hacker darstellen» Sprich: Unterlaufen den Programmierern sicherheitsrelevante Fehler oder bauen sie gar absichtlich Hintertüren ein, können die Daten, welche das Gesichtserkennungsprogramm erhebt, angreifbar machen. «Es ist dadurch nicht gänzlich zu auszuschließen, dass ungewollt Bilder oder Videos einer Selfiecam im Netz landen.» Bloch ist der Ansicht, dass künstliche Intelligenz (KI) sich in vielen Bereichen durchsetzen wird, weil sie einen entscheidenden ökonomischen Faktor aufweist. Die digitalen, vernetzten Technologien bergen laut Bloch große Chancen für Wirtschaft und Gesellschaft, werfen aber ethische Probleme auf, etwa bei der Gesichtserkennung.

(L´essentiel/Marino Walser)

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