Kunst in Luxemburg: Kann man(n) als Tänzer erfolgreich sein?

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Kunst in LuxemburgKann man(n) als Tänzer erfolgreich sein?

LUXEMBURG – Der Tänzer William Cardoso startete vor zwei Jahren seine Karriere als Choreograf. Heute kann er auf bereits zwei eigene Stücke zurückschauen.

von
Séverine Goffin
William Cardoso und Cheyenne Vallejo in «Raum».

William Cardoso und Cheyenne Vallejo in «Raum».

Marco Pavone

«Als Tänzer wird man vom Choreographen getragen. Ist man jedoch selbst der Choreograph, müssen Fördermittel organisiert, Bewerber eingestellt und Verträge unterschreiben werden. Das jagt einem anfangs schon Angst ein, denn sowas lernt man nicht an der Tanzschule», erklärt William Cardoso.

Der 28-Jährige Luxemburger mit portugiesischen Wurzeln absolvierte seine Ausbildung im Jazz-, im zeitgenössischen sowie im klassischen Tanz. Seine Karriere als Choreograph startete er vor zwei Jahren, zwei eigene Stücke kann er bereits vorweisen. «Raum» widmet sich dem Thema mentaler Gesundheit und «Dear mum» handelt von der Schwierigkeit, seine Homosexualität in einer religiösen Gesellschaft zu leben.

Vor seinem Studium musste er seine Eltern überzeugen

William tanzt seit seiner Kindheit. «Im Portugalurlaub besuchten wir immer wieder Dorffeste. Dort tanzten alle und waren glücklich». Dennoch fing er selbst erst mit 16 Jahren am Konservatorium in Esch-sur-Alzette an das Tanzen zu lernen. Seine Ausbildung setzte er dann an der Tanzschule «Ecole Professionnelle Supérieure d'Enseignement de la danse» in Montpellier fort. Da er ein Junge war, musste er zuerst seine Eltern von seinem Berufswunsch überzeugen. «Es gibt nicht viele Männer in dem Beruf. Das bedeutet jedoch weniger Konkurrenz und öffnet Türen».

Seine Karriere als Tänzer nahm ihren gewöhnlichen Lauf. Daneben konnte er jedoch für seine kreative Arbeit von den Ratschlägen älterer Choreografen und der Unterstützung des choreografischen Zentrums TROIS C-L profitieren. Zurzeit arbeitet William Cardoso an einem neuen Projekt.

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