NYFW-Showdown – Kanye verscherzt es sich mit der Modeindustrie
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NYFW-ShowdownKanye verscherzt es sich mit der Modeindustrie

Verschobene Shows, großer Trubel und eine uninspirierte Kollektion. Kanye West sorgte bei der New York Fashion Week für viel Kritik – oder Neid, wie er selbst sagen würde.

Dass Kanye West nicht unbedingt der liebenswerte Zeitgenosse ist, der einem mal in der Not die Bohrmaschine ausleiht, dürfte bereits durch eine Reihe von selbstverliebten Auftritten bekannt sein. Wie wenig er sich um seine Mitmenschen schert, machte King Kanye in den vergangenen Tagen noch einmal deutlich. Das Möchtegern-Universalgenie machte sich mit seiner Show bei der New York Fashion Week beinahe bei der kompletten Mode-Branche unbeliebt.

Kanye schaffte es bereits mit der Ankündigung seiner Show für Unmut zu sorgen. So kündete Kanye seinen Auftritt nicht wie alle anderen etliche Wochen vor dem Start der New York Fashion Week an, sondern verschickte die Einladung für seine Modenschau ganz kurzfristig via Evite, einer Online-Einladungs-Plattform. Dies hatte zur Folge, dass die anwesende Presse und die vielen Blogger ihren Fashion-Show-Stundenplan nochmals neu organisieren mussten. Schließlich verspricht man sich von Kanye und seinem Kardashian-Anhang einen Star-Auflauf sondergleichen. Dies wiederum hatte zur Folge, dass es auch bei den Designern zu Koordinationsproblemen kam.

«Es ist einfach nicht anständig, so etwas zu tun»

Kanye West hat seine Show nämlich mittwochs auf Punkt 12 Uhr gelegt. Mitten in den Terminplan. Besonders blöd für jene Designer, die genau zur gleichen Zeit ihre neusten Entwürfe vorstellen wollten, wie zum Beispiel Anne Bowen. Die Designerin hat sich ein ganzes Jahr auf diesen Mittwochmittag vorbereitet. «Und dann erfahren wir gestern, dass Kanye West eine Show zur selben Zeit am selben Tag wie wir zeigt», so Bowen gegenüber «Women's Wear Daily». Da sie befürchten musste, dass sich niemand mehr für ihr Schaffen interessiert, hat Bowen ihre Show mit großem organisatorischen und kostspieligem Effort auf den nächsten Tag verschoben. «Wir haben unser Herz und unsere Seele in diese Show gesteckt», erklärt sie. «Es ist einfach nicht anständig, so etwas zu tun.»

Models zum Schweigen verdammt

Doch auch die von West gebuchten Models waren alles andere als gut auf den Rapper zu sprechen. Den Schönheiten wurde nämlich ein Vertrag vorgelegt, der ihnen jeglichen Tratsch über Kanye und den Kardashian-Clan untersagte. Bei Nichteinhaltung wurde den Mannequins eine Strafe von 10 Millionen Dollar angedroht. «Kanye hat damit einige gefragte Models abgeschreckt, als er sie bat, die Einverständniserklärung zu unterzeichnen – vor allem, weil darin festgelegt wurde, dass er sie auf zehn Millionen US-Dollar verklagen kann, wenn sie über ihn sprechen. Es ist ein lächerlich hoher Betrag und manche Models haben sich schlicht und einfach geweigert zu unterschreiben», berichtet ein Insider gegenüber Daily Mirror.

Wie es sich am Mittwoch um Punkt zwölf Uhr New Yorker Zeit zeigte, hatte Kanye West dann auch keinerlei Fundament für seine Arroganz zu bieten. Seine ganz in Beige gehaltene Kollektion sorgte für alles andere als Begeisterung. Die «New York Times» etwa schrieb: «Was Herr West braucht in ein Schneider, damit die Kleider auch sitzen.» Vielleicht sollte sich West statt als Designer doch eher als US-Präsident versuchen.

(L'essentiel/mor)

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