Zuwanderung – Kapverdianer finden in Luxemburg Heimat

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ZuwanderungKapverdianer finden in Luxemburg Heimat

LUXEMBURG – Rund 520.000 Kapverdianer sind in andere Länder ausgewandert. Etwa die Hälfte hat es in die USA verschlagen. Aber auch in Luxemburg leben mittlerweile mehrere Tausend.

Zwischen den Jahren 2009 und 2016 wurden 478 Kapverdianer (einschließlich 109 Kinder) Luxemburger.

Zwischen den Jahren 2009 und 2016 wurden 478 Kapverdianer (einschließlich 109 Kinder) Luxemburger.

Isabella Finzi

In Luxemburg leben nach offiziellen Angaben knapp 3000 Einwohner kapverdischer Nationalität. In Wirklichkeit repräsentiert die Gemeinschaft allerdings fast 9000 Menschen. «Wir unterschätzen die Zahlen, weil viele, die kapverdischen Ursprungs sind, andere Pässe haben – vor allem portugiesische», erklärt das Centre for Intercultural and Social Studies and Training (CEFIS), welches am Dienstagabend eine umfangreiche Studie zu diesem Thema vorgestellt hat.

Nach den Jugoslawen, bilden die Kapverdianer die zweitgrößte Migrantengemeinschaft außerhalb der EU im Großherzogtum. «Eine im Jahr 2015 erzielte Vereinbarung über die Migration, sieht bestimmte Maßnahmen zur Erleichterung des Handels zwischen Luxemburg und Kap Verde vor», erinnert Außenminister Jean Asselborn. «Seit den 1970er Jahren sind die Kapverdiander in Luxemburg eingewandert. Seither pflegen beide Länder eine gute Beziehung», erklärt er weiter.

478 Einbürgerungen zwischen 2009 und 2016

Jährlich kommen etwa 200 Menschen aus Kap Verde, meist im Alter zwischen 26 und 35 Jahren, aber auch mit einem hohen Anteil noch jüngerer Menschen im Alter von 12 bis 18 Jahren, nach Luxemburg. Das Durchschnittsalter der Einwohner kapverdischer Abstammung liegt bei 31,3 Jahren. Damit liegen sie etwa zehn Jahre unter dem Altersdurchschnitt der Luxemburger.

Im Gegensatz zu anderen Bevölkerungsgruppen kommen nur 4,7 Prozent aus beruflichen Gründen ins Großherzogtum. Die Mehrheit (61,4 Prozent) wandert aus dem eigenen Land aufgrund hoher Arbeitslosigkeit und Armut aus. In Luxemburg übt die Kapverdianische Bevölkerung überwiegend handwerkliche Berufe oder Tätigkeiten im Dienstleistungssektor aus. Dabei verdienen sie in der Regel mit 13 Euro pro Stunde nur die Hälfte des durchschnittlichen Stundenlohns von 25,70 Euro.

Besonders in der Hauptstadt sind die Kapverden vertreten, aber auch im südwestlichen Teil des Landes, sowie in Ettelbrück und Diekirch. Doch viele Kapverdianer zieht es zurück in die Heimat. Jeder zweite gibt an, spätestens im Ruhestand nach Kap Verde zurückkehren zu wollen. Lediglich zehn Prozent planen in Luxemburg zu bleiben.

(Nicolas Chauty/L'essentiel)

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