Rheinland-Pfalz – Katholische Kirche verliert Tausende Mitglieder
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Rheinland-PfalzKatholische Kirche verliert Tausende Mitglieder

Die katholische Kirche wird im vergangenen Jahr von einer Austrittswelle erfasst. In der Diözese Trier ist die Zahl der Austritte sogar fünfstellig.

Die katholischen Kirche hat mit vielen Austritten zu kämpfen.

Die katholischen Kirche hat mit vielen Austritten zu kämpfen.

DPA

Die Bistümer mit Gebieten in Rheinland-Pfalz haben im vergangenen Jahr Tausende Mitglieder verloren. In der Diözese Trier kehrten knapp 10.700 Menschen der katholischen Kirche den Rücken, das waren gut 2100 mehr als im Jahr 2013. Generalvikar Georg Bätzing nannte die Entwicklung am Freitag «bitter». «Gerade im Hinblick auf unsere Bemühungen um Transparenz bedauere ich die erneut hohen Austrittszahlen sehr.» Als Grund machte Bätzing vor allem die Verwirrung um den Kirchensteuereinzug auf Kapitalvermögen aus.

Nicht viel besser sah es im Bistum Mainz aus, das von rund 8900 Austritten berichtete. Damit sei der bisherige Höchstwert des Jahres 1992 übertroffen worden, sagte Generalvikar Dietmar Giebelmann. Auch er sieht im geänderten Kirchensteuereinzug die Hauptursache. «Es ist den Kirchen nicht ausreichend gelungen, deutlich zu machen, dass es sich nicht um eine neue Steuer handelt, sondern nur um ein neues Einzugsverfahren.» Das Bistum Mainz liegt zu einem Drittel in Rheinland-Pfalz, zu zwei Dritteln in Hessen.

Bindung zur Kirche schwindet

Im Bistum Limburg erklärten im Jahr 2014 etwas mehr als 7900 Menschen ihren Austritt aus der katholischen Kirche, etwas weniger als ein Jahr davor. Allerdings hatte 2013 die Affäre um den früheren Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst und den teuren neuen Amtssitz ihren Höhepunkt erreicht.

«Die verfasste Kirche spielt im Alltag vieler Menschen eine immer geringer werdende Rolle. Ihre Bindung an die Kirche schwindet», sagte der Weihbischof und Apostolische Administrator von Limburg, Manfred Grothe, zu den neuen Zahlen. Die Diözese stehe vor der Aufgabe, Vertrauen Schritt für Schritt zurückzugewinnen.

In ganz Deutschland lag die Zahl der Austritte mit 217.716 auf einem Rekordstand. Damit wurde der bisherige Höchststand von 2010 auf dem Höhepunkt des damaligen Missbrauchsskandals (181 193 Austritte) deutlich übertroffen. Die Katholiken machen in Deutschland jetzt noch 29,5 Prozent der Bevölkerung aus - das sind knapp 24 Millionen Menschen.

(L'essentiel/dpa)

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