Neue Petitionen: Kein Index für Großverdiener und Urlaub am Geburtstag?

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Neue PetitionenKein Index für Großverdiener und Urlaub am Geburtstag?

LUXEMBURG – Ab dem heutigen Freitag sind neue Petitionen zur Unterzeichnung frei. Die Themen gehen querbeet. Verrate uns, was Du von den Forderungen hältst.

von
Jérôme Wiss

Braucht man ein indexiertes Gehalt, wenn man mehr als 8000 Euro im Monat verdient? Für Joé Schmit, der eine neue Petition diesbezüglich eingereicht hat, ist die klare Antwort «Nein». Er fordert, dass die Indextranchen an die Höhe des Einkommens gekoppelt sein sollten: «Ab einem Einkommen von 8000 Euro soll kein Index mehr gezahlt werden», meint er.

Seiner Ansicht nach könne man so der sozialen Ungleichheit entgegenwirken. «Personen mit einem hohen Gehalt profitieren am meisten von der Indexierung», so der Petent. Normalerweise wird eine Indextranche von 2,5 Prozent fällig, sobald die tatsächliche Inflation 2,5 Prozent erreicht. Personen, die den sozialen Mindestlohn von 2313,38 brutto monatlich bekommen, verdienen dann beispielsweise 57,80 Euro brutto mehr pro Monat. Bei 8000 Euro auf der Gehaltsabrechnung macht eine Indextranche 200 Euro mehr im Monat aus.

Sollte der Index reformiert werden?

Insgesamt stehen 13 Petitionen zur Unterzeichnung bereit, die vom heutigen Freitag bis zum 8. Dezember laufen. Petitionen, die mindestens 4500 Unterschriften erhalten, werden in einer öffentlichen Debatte mit den zuständigen Abgeordneten und Ministern diskutiert. In einer der Petitionen geht es um systemrelevante Arbeitskräfte. Sie machen etwa zehn Prozent der Arbeitnehmer in Luxemburg aus. Personen, die als Kassierer, Pflegekraft, Transporteur und Ähnliches arbeiten, kommen nicht für Telearbeit in Frage, auch nicht während der Pandemie. «Es wäre an der Zeit, dieses Personal zu entschädigen, das die Risiken auf sich genommen hat und für die anderen die Kontinuität der ‹Normalität› sichergestellt hat», meint der Verfasser der Petition.

Er fordert einen finanziellen Ausgleich. Dies könne ihm nach «solidarisch und ohne enorme Kosten für den Staat geschehen». Er schlägt beispielsweise eine Neuverteilung der Essensgutscheine von Personen im Homeoffice, Reisekostenzuschüsse, eine Entschädigung für eingegangene Risiken usw. vor.

Sollten systemrelevante Arbeitnehmer, die nicht ins Homeoffice können, entschädigt werden?

Laut einer weiteren Petentin «verschwenden Frauen während ihrer Periode eine Menge Geld, obwohl sie nie darum gebeten haben». Sie fordert deshalb, dass die Gesundheitskasse CNS die Kosten für Frauenhygieneprodukte wie Tampons oder Binden übernimmt. Eine weitere Petition fordert ein Verbot sozialer Netzwerke für unter 16-Jährige, um Kinder und Jugendliche zu schützen, die demnach «unfähig geworden sind, sich zu konzentrieren».

Sollten Periodenprodukte kostenlos werden?

Die Themen weiterer Petitionen sind bunt gemischt: So wird ein zusätzlicher freier Tag für den Geburtstag jedes Einzelnen gefordert, «Russland zu einem zu Staat erklären, der Terrorismus unterstützt», «schneller und fairer Zugang zu bildgebenden Diagnosemitteln» oder die Verankerung des «Rechts auf unbegrenzte Barzahlung» in der Verfassung.

Was hältst Du von einem Urlaubstag am Geburtstag?

Alle Petitionen gibt es auf der Petitionsseite der Abgeordnetenkammer.

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