Merkel dämpft Erwartungen – Kein «spektakulärer» Schritt bei Gipfel

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Merkel dämpft ErwartungenKein «spektakulärer» Schritt bei Gipfel

Wird beim Krisengipfel am Donnerstag der Euro endgültig gerettet? Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel warnt vor zu großen Erwartungen.

Nach einem Jahr der Debatte über Griechenland gebe es die Sehnsucht nach dem einen abschließenden Schritt, «am besten spektakulär», sagte die deutsche Kanzlerin Angela Merkel am Dienstag. Genannt würden eine deutliche Umschuldung, Eurobonds, Transferunion und vieles mehr. «Man erweckt den Eindruck, dass danach alles gut wäre, dass das Thema Griechenland und Euro dann wieder zur Seite gelegt werden könnte.»

Merkel sagte, dem entsprechend erhalte sie eine Vielzahl guter, sich manchmal widersprechender Ratschläge. Es sei menschlich, sich zu wünschen, dass das Thema Griechenland wieder verschwinde. «Aber ich werde dem so nicht nachgeben.» Die Kanzlerin sagte, wer die Sehnsucht nach dem einzigen Schritt jetzt nähre, der habe «die Dimension und die Aufgabe, um die es geht, nicht verstanden, und der handelt fahrlässig oder er verliert die Geduld oder beides auf einmal.» Es sei jedenfalls nicht gut.

«Historische Aufgabe, den Euro zu schützen»

Wer die politische Verantwortung jetzt wirklich wahrnehmen wolle, der wisse, «dass es einen solchen spektakulären einen Schritt verantwortlich nicht geben wird (...), sondern dass es einzig und allein darum geht, einen kontrollierten und beherrschten Prozess aufeinanderfolgender Schritte und Maßnahmen zu erzeugen».

Statt einer schnellen Lösung, müssten die Euro-Staaten endlich zur Wurzel des Problems vorzustoßen: der Rückführung der Verschuldung Griechenlands und der Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit, sagte Merkel. «Ich glaube, wir stehen vor einer historischen Aufgabe, der historischen Aufgabe, den Euro zu schützen.»

(L'essentiel Online/dapd)

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