Coronavirus in Luxemburg – Keine Autopsien an Corona-Toten in Luxemburg
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Coronavirus in LuxemburgKeine Autopsien an Corona-Toten in Luxemburg

LUXEMBURG – Die Todesopfer der Corona-Krise werden im Großherzogtum nicht autopsiert, wie Gesundheitsministerin Paulette Lenert nun bestätigt hat.

Corona-Tote werden in Luxemburg nicht genauer auf die Todesursache untersucht.

Corona-Tote werden in Luxemburg nicht genauer auf die Todesursache untersucht.

Autopsien von Patienten, die an Covid-19 gestorben sind, liefern weitere Informationen über das Virus. Aber werden sie in Luxemburg überhaupt systematisch durchgeführt? Die parlamentarische Anfrage des Abgeordneten Marc Hansen (déi gréng) wurde von Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) verneint. «Im Allgemeinen kann eine Autopsie von den Gerichten im Rahmen einer polizeilichen Untersuchung angeordnet oder von dem Arzt verlangt werden, der dabei die Meinung der Familie berücksichtigt und so weit wie möglich alle Vereinbarungen beachtet, die zu Lebzeiten der verstorbenen Person getroffen wurden», so Lenert.

Auf der Grundlage von Autopsien, die von zwei Ärzten (einer in Hamburg, Deutschland, der andere in Bern, Schweiz) durchgeführt wurden, fragt sich Hansen auch, ob die Verstorbenen vor der Ansteckung mit Covid irgendwelche Vorerkrankungen hatten und ob die meisten Todesfälle auf Lungenembolien oder Thrombosen zurückzuführen waren. «Der Hamburger Arzt, der fast 200 Autopsien durchgeführt hat, sagt, dass die Mehrheit der Todesfälle entweder mit einer Lungenembolie oder einer Thrombose zusammenhängen», heißt es in Hansens Anfrage.

Angesichts der Tatsache, dass Autopsien nicht systematisch durchgeführt werden, antwortete Paulette Lenert, dass es in Luxemburg nicht genügend Daten gäbe, um Schlussfolgerungen zu den Todesursachen zu ziehen. Zur Erinnerung: Bis heute sind 110 mit dem Coronavirus infizierte Menschen im Großherzogtum gestorben.

(ol/L'essentiel)

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