Luxemburg – Kellner wird angegriffen, weil er keine Maske trägt
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LuxemburgKellner wird angegriffen, weil er keine Maske trägt

BEFORT – Ein Leser, der in einem Restaurant arbeitet, hatte eine körperliche Auseinandersetzung mit Gästen einer Bar. Sie hätten ihn angegriffen, weil er keine Maske hatte.

L'essenteil-Leser Michele hat am Sonntag seine Maske vergessen und wurde verbal und tätlich angegriffen.

L'essenteil-Leser Michele hat am Sonntag seine Maske vergessen und wurde verbal und tätlich angegriffen.

Symbolbild: Pexels

Manche Menschen werden nervös, wenn sie jemanden sehen, der keine Maske trägt. Andere reagieren wütend oder aggressiv. L'essentiel-Leser Michele, der seit acht Monaten in Luxemburg lebt, machte diese bittere Erfahrung am Sonntagabend, nach seinem Arbeitstag in einem Restaurant.

«Wir arbeiten den ganzen Tag mit Maske», erklärte der Italiener. Er geht regelmäßig in das Café gegenüber des Restaurants, in dem er arbeitet. Am Sonntag gegen 21 Uhr überquerte er die Straße, um Zigaretten für seinen Kollegen zu kaufen. Als seine Schicht zu Ende war, hatte er die Maske abgesetzt und nicht mehr daran gedacht, sie wieder anzuziehen, bevor er die Bar betrat. «Ich gehe regelmäßig dorthin, alle sind nett. Aber dann schaute mich jemand an und rief: die Maske, die Maske». Der Kellner entschuldigte sich und legte verwirrt die Hand vor den Mund, um zum Zigarettenautomaten zu gehen. «Dort fragt mich ein anderer Kunde, wo meine Maske ist. Ich bat ihn, sich zu beruhigen», erzählt er.

« Ich wollte, dass mich die Polizei verteidigt. »

«Ich hätte es verstanden, wenn man mich darauf aufmerksam gemacht oder vielleicht auch beleidigt hätte. Aber ich kann nicht hinnehmen, dass ich körperlich angegriffen werde. Also rief ich die Polizei», erzählt er. Die kam aber nicht, da die Situation beruhigt habe. «Es war ruhig, weil wir auf sie gewartet haben. Was soll ich das nächste Mal tun, das Gesetz selbst in die Hand nehmen? Ich hätte viel Schaden anrichten können, wenn ich einen betrunkenen alten Mann geschlagen hätte. Ich wollte, dass mich die Polizei verteidigt.»

Auf Anfrage von L'essentiel bestätigt die großherzogliche Polizei, dass ihr der Fall bekannt sei. Michele habe demnach zunächst die Notrufnummer 113 gewählt. Daraufhin hätten ihn «lokale Agenten zurückgerufen, um weitere Informationen und Details zu erhalten», sagte eine Polizeisprecherin. Michele habe ihnen erklärt, dass sich die Situation von selbst gelöst habe und dass ein Eingreifen der Polizei vor Ort nicht notwendig sei. Der Polizeibeamte wies Michele am Telefon noch darauf hin, dass er am nächsten Tag auf die Polizeiwache gehen könne, um Anzeige zu erstatten. Michele zog es vor, dies nicht zu tun und die Sache auf sich beruhen zu lassen.

(jw/L'essentiel)

Die Version der Betreiberin

Die Betreiberin der Bar hat eine andere Version der Dinge: Ihr zufolge «kam der Herr zweimal ohne Maske. Beim ersten Mal wurde er freundlich angesprochen. Er ging wieder und wir dachten, er würde seine Maske aufsetzen, aber er suchte nur nach Kleingeld für Zigaretten». Als er - immer noch ohne Maske - zurückgekommen sei, wäre der Ton lauter geworden. «Er war aggressiv. Ein Kunde legte seine Hände auf seine Schultern und führte ihn zum Ausgang», sagt die Betreiberin, die den Vorfall bedauert. Man sei nur «sehr vorsichtig, um die Verbreitung des Virus zu verhindern».

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