R'n'B-Sänger Miguel – Kelly Clarkson verhalf ihm zum Karriere-Durchbruch

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R'n'B-Sänger MiguelKelly Clarkson verhalf ihm zum Karriere-Durchbruch

Er nennt einen Grammy und zwei BET-Awards sein Eigen: Von Miguel werden Sie noch viel hören. Das Jahr 2013 wird der Amerikaner nie vergessen.

Eigentlich hatte sie keine Ahnung, mit wem sie es da zu tun hatte. Doch Kelly Clarkson fand seine Darbietung wunderbar. «Miguel, ich weiß nicht, wer zur Hölle du bist, aber wir müssen zusammen singen. Ich meine, verdammt, das war die heißeste Nummer, die ich je gesehen habe», erklärte sie an den Grammy Awards 2013 in Los Angeles auf der Bühne. Gemeint war Miguels Aufführung des Songs «Adorn», der als bester R'n'B-Track ausgezeichnet worden war.

Diesen Augenblick bezeichnet Miguel im Nachhinein als einen der einschneidendsten seines Lebens. «Dass Kelly so etwas sagte, war fantastisch. Einfach unglaublich», gibt der R'n'B-Sänger im 20-Minuten-Interview mit einem sanften Lächeln zu Protokoll. Clarksons Aussage sei für ihn ein «Segen» gewesen. «Sie änderte die Wahrnehmung der Menschen.» Ein Tweet, den die heute 33-Jährige kurz darauf absetzte, wurde tausendfach verbreitet. Sogar Pink antwortete darauf.

«Jeder ist ein Kritiker»

Nicht nur ein Grammy, auch zwei BET-Awards und zwei Soul-Train-Music-Awards stehen mittlerweile in den Vitrinen des 30-jährigen Kaliforniers. Derzeit tourt er mit seinem aktuellen Album «Wildheart» um die Welt, im Oktober ist er im Kaufleuten in Zürich aufgetreten.

Sein neuestes Werk bezeichnet Miguel als «Soundtrack meiner Ansichten». Es sei dazu da, das Publikum davon zu überzeugen, «ausgefallen und rebellisch» zu sein. Schlicht das zu tun, was einen glücklich mache, hält er fest. «Wenn man das begriffen hat, mag man für andere unorthodox erscheinen, ja sogar abnormal. Auch wenn es vielleicht gar nicht so verrückt ist.»

Wer sich mit Miguel unterhält, merkt schnell: Der Sohn eines Mexikaners und einer afro-amerikanischen Mutter spricht wohlüberlegt; jeder Satz hat Hand und Fuß. So antwortet er etwa auf die Frage, ob er die Kritiken zu seiner Musik lese: «Bevor ich mich mit den Meinungen der anderen auseinandersetze, beschäftige ich mich mit ihrer Arbeit. Jeder kann heutzutage etwas sagen, weil es möglich ist. Jeder ist ein Kritiker. Das Problem ist: Manche haben kaum Ahnung von der Materie.»

Kommunikation als Kompliment

Der modernen Zeit kann der in Los Angeles aufgewachsene Miguel dennoch viel Positives abgewinnen. «Ich kann direkt mit den Menschen kommunizieren. Damit herrscht eine Art Balance zwischen mir und den Fans. Es ist nicht nur die Maschine einer Firma, die befiehlt. Alles in allem ist es ein ausgeglichener Handel.»

Sowieso liegt ihm der gedankliche Austausch mit seinem Publikum am Herzen. Eines der schönsten Komplimente, das er in Bezug auf «Wildheart» erhalten habe, sei gewesen, «zu hören, dass das, was ich kommunizieren will, ankommt». Das werde er weiterhin versuchen. Bis jetzt hat das ja ganz gut geklappt.

(L'essentiel)

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