Skurille Geschichte – Kerosin zu schwer, Passagiere raus

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Skurille GeschichteKerosin zu schwer, Passagiere raus

Weil der Airbus zu viel Kerosin getankt hatte, zwang eine easyJet-Crew 30 Passagiere, das Flugzeug wieder zu verlassen – und drohte gar mit der Polizei.

Skuriller Vorfall bei easyJet: Wegen eines Fehlers bei der Betankung mussten 36 Passagiere in Genf das Flugzeug auf Aufforderung des Flugkapitäns verlassen. (Bild: dpa)

Skuriller Vorfall bei easyJet: Wegen eines Fehlers bei der Betankung mussten 36 Passagiere in Genf das Flugzeug auf Aufforderung des Flugkapitäns verlassen. (Bild: dpa)

Treibstoff ablassen - unter Aviatik-Fans besser bekannt als «Fuel Dumping» - ist eine Methode, das Gewicht eines Flugzeugs in Notfällen zu verringern. Auf einem Flug am 26. Dezember 2010 von Birmingham nach Genf wandte Billigflieger easyJet diese Methode in leicht abgeänderter Form an, wie die BBC berichtete.

Bei der Betankung war offenbar etwas schiefgegangen, am Schluss hatte der Airbus A319-100 zehn Tonnen Kerosin zu viel geladen. Zu schwer, entschied der Captain und bat um 36 Freiwillige, die das Flugzeug wieder verlassen würden. Einer der Passagiere schrieb später auf dem Forum Flightmole.com, dass easyJet ihnen zunächst 100 britische Pfund rund 120 Euro), Unterkunft und einen Platz auf dem nächsten Flug versprochen habe. Als dieses Angebot auf 250 Euro aufgestockt wurde, erklärten sich sechs Passagiere bereit, das Flugzeug zu verlassen.

easyJet drohte angeblich mit Verhaftung

Daraufhin entschied easyJet, dass zusätzlich jene dreißig Passagiere, die zuletzt eingestiegen waren, das Flugzeug verlassen mussten - und drohte, das Ganze müsse schnell gehen, da der Genfer Flughafen bald schließe und dann gar niemand mehr fliegen würde.

Als die betroffenen Passagiere sich weigerten, fuhr easyJet großes Geschütz auf. Am Terminal würde bereits die Polizei warten, um sie zu verhaften, ließ die Airline die Unwilligen wissen. Daraufhin verließen die dreißig Pechvögel das Flugzeug, das schließlich mit drei Stunden Verspätung abhob.

Gepäck blieb zurück

Den verbliebenen Passagieren wurden auf dem knapp zweistündigen Flug nach Genf zur Wiedergutmachung gratis Snacks und Getränke serviert. Was sie nicht wußten: Um das Gewicht des Flugzeugs weiter zu verringern, war ihr Gepäck wieder ausgeladen und in Birmingham zurückgelassen worden. Einige mussten fünf Tage auf ihr Gepäck warten, wofür ihnen easyJet 25 Pfund (rund 30 Euro) pro Tag als Entschädigung anbot. Viele verpassten in Genf zudem ihre Anschlußflüge.

Eine Sprecherin von easyJet entschuldigte sich bei allen Passagieren und erklärte, es sei eine Untersuchung eingeleitet worden, unter anderem im Zusammenhang mit der Anschuldigung, easyJet habe Passagieren mit Verhaftung gedroht.

(kri/20min.ch)

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