Kiew erhält erste Gepard-Luftabwehrpanzer aus Deutschland

Publiziert

Kiew erhält erste Gepard-Luftabwehrpanzer aus Deutschland

Nach längerem Warten hat die Ukraine die ersten Luftabwehrpanzer aus Deutschland bekommen. Geliefert wurden zunächst 3 der insgesamt 15 versprochenen Gepard-Panzer. Kiew hatte zuvor mehrfach die zögerliche Haltung der Bundesregierung bei Waffenlieferungen kritisiert.

ARCHIV - 15.08.2007, Schleswig-Holstein, Todendorf: Ein Gepard Flugabwehrpanzer schießt bei einer Vorführung bei einer Gefechtsübung auf dem Gelände der Heeresflugabwehrschule an der Ostsee. Die Ukraine hat die ersten Luftabwehrpanzer des Typs Gepard aus Deutschland erhalten. Dazu sind auch mehrere Zehntausend Schuss übergeben worden. Foto: Christian Hager/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die ersten drei der insgesamt 15 Luftabwehrpanzer sind in der Ukraine eingetroffen.

Christian Hager/dpa

Die Ukraine hat die ersten Luftabwehrpanzer des Typs Gepard aus Deutschland erhalten. «Heute sind offiziell die ersten drei Geparde eingetroffen», sagte Verteidigungsminister Olexij Resnikow am Montag im ukrainischen Fernsehen. Dazu seien auch mehrere Zehntausend Schuss übergeben worden.

Erwartet werden zwölf weitere Gepard-Panzer. Die Lieferung beruht auf einer Übereinkunft mit Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) vom Mai. Die Ukraine wehrt seit Ende Februar eine russische Invasion ab und drängte wiederholt auf eine Stärkung der eigenen Luftabwehr.

Es ist die zweite Lieferung von schweren Waffen, die Deutschland an die Ukraine übergibt. Im Juni hatte die Bundesregierung mit der Panzerhaubitze 2000 bereits schwere Artilleriegeschütze an die Ukraine geliefert. Die Panzerhaubitze ist das modernste Artilleriegeschütz der Bundeswehr mit einer Reichweite von 40 Kilometern. Die Ukraine hat damals insgesamt sieben Geschütze erhalten.

Lieferung von Kampf- und Schützenpanzern wird diskutiert

Neben den Geparden wartet die Ukraine aber vor allem auf die modernen Luftabwehrsysteme vom Typ Iris-T aus Deutschland. Diese sollen das Land besser vor den russischen Raketenangriffen schützen. Die Ankunft der Iris-T ist allerdings Berichten zufolge erst für den Herbst geplant.

In Deutschland wird derzeit auch über eine Lieferung von Kampf- und Schützenpanzern an die Ukraine diskutiert. Deren direkte Lieferung kam für die Bundesregierung bisher nicht in Frage. Aus den Reihen der Grünen und der FDP kamen nun aber entsprechende Forderungen, weil es Probleme beim sogenannten Ringtausch für die Versorgung der Ukraine mit schweren Waffen gibt. Die Idee des Ringtauschs entstand kurz nach Beginn des Kriegs. Dazu sollten östliche Nato-Partner Waffen sowjetischer Bauart, mit denen die ukrainischen Soldaten ohne Zusatzausbildung umgehen können, zur Verfügung stellen. Als Ersatz sollten sie von Bündnispartnern wie Deutschland westliche Fabrikate erhalten.

Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte sich im Mai mit ihrem ukrainischen Amtskollegen darauf verständigt, dass die Ukraine im Juli die ersten 15 Flugabwehrkanonenpanzer Gepard aus Beständen der deutschen Industrie erhalten soll. Der Hersteller Krauss-Maffei Wegmann hatte nach einem Ringen um die Lieferung schwerer Waffen von der Bundesregierung politisch grünes Licht für den Verkauf der technisch aufgearbeiteten Flugabwehrpanzer aus früheren Bundeswehr-Beständen erhalten. Der Gepard kann auch im Kampf gegen Bodenziele eingesetzt werden.

(Deutsche Presse-Agentur GmbH)

Deine Meinung

0 Kommentare