Krieg in der Ukraine : Kiew und Moskau tauschen Gefangene aus – Brite Aiden Aslin entgeht Todesstrafe

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Krieg in der Ukraine Kiew und Moskau tauschen Gefangene aus – Brite Aiden Aslin entgeht Todesstrafe

215 Ukrainer sind gegen 55 russische Soldaten ausgetauscht worden. Darunter sind auch zehn Söldner und Putin-Freund Wiktor Medwedtschuk.  

von
Philippe Coradi
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Zehn Kriegsgefangene wurden im Rahmen eines Austauschs zwischen Russland und der Ukraine nach Saudiarabien überstellt, teilte der Golfstaat heute mit.

Zehn Kriegsgefangene wurden im Rahmen eines Austauschs zwischen Russland und der Ukraine nach Saudiarabien überstellt, teilte der Golfstaat heute mit.

AFP
Dieses von der saudischen Presseagentur (SPA) veröffentlichte Bild zeigt Kriegsgefangene aus Russland, die am 21. September 2022 auf dem Flughafen der saudischen Hauptstadt Riad ankommen.

Dieses von der saudischen Presseagentur (SPA) veröffentlichte Bild zeigt Kriegsgefangene aus Russland, die am 21. September 2022 auf dem Flughafen der saudischen Hauptstadt Riad ankommen.

AFP
Die ehemaligen Kriegsgefangenen sitzen nach einem Austausch inmitten des russischen Angriffs auf die Ukraine an einem Ort, der als Riad, Saudiarabien, angegeben wird.

Die ehemaligen Kriegsgefangenen sitzen nach einem Austausch inmitten des russischen Angriffs auf die Ukraine an einem Ort, der als Riad, Saudiarabien, angegeben wird.

via REUTERS

Die Ukraine hat am Mittwoch den größten Gefangenenaustausch mit Russland seit Beginn des Krieges Ende Februar verkündet. «Wir haben es geschafft, 215 Menschen zu befreien», sagte der Leiter des ukrainischen Präsidialamts, Andrij Jermak, im Fernsehen.

Wie Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner täglichen Ansprache mitteilte, habe Russland im Austausch 55 Gefangene erhalten, darunter Wiktor Medwedtschuk, ein ehemaliger ukrainischer Abgeordneter und Verbündeter von Russlands Präsident Wladimir Putin.

Aiden Aslin entgeht Todesstrafe

Kurz zuvor waren bereits zehn Kriegsgefangene aus fünf Ländern aus Russland nach Saudiarabien gebracht worden. Fünf der Freigelassenen stammen aus Großbritannien, zwei aus den USA und jeweils einer aus Schweden, Kroatien und Marokko. Einer der Briten, Aiden Aslin (28), entgeht damit der Todesstrafe, zu der er ursprünglich verurteilt worden war. 

Auch der Brite Shaun Pinner (48) soll freigelassen worden sein - ebenso wie die US-Bürger Alexander Drueke (39) und Andy Huynh (27), schreibt der «Mirror».  

Die neue britische Premierministerin Liz Truss zeigte sich auf Twitter erleichtert «Es ist sehr erfreulich, dass fünf britische Staatsangehörige, die in der Ostukraine von russisch unterstützten Stellvertretern festgehalten werden, sicher zurückgebracht werden können, was die monatelange Ungewissheit und das Leid für sie und ihre Familien beendet.»

Auch das Parlamentsmitglied Robert Jenrick zeigt sich beruhigt. Ich freue mich, dass Aiden Aslin, ein Bürger meines Wahlkreises, und die anderen britischen Kriegsgefangenen, die von den russischen Behörden gefangen gehalten wurden, endlich freigelassen wurden und sich auf dem Weg zurück nach Großbritannien befinden.

Weiter schreibt er: «Aidens Rückkehr beendet eine monatelange quälende Ungewissheit für Aidens liebevolle Familie in Newark, die jeden Tag Aidens Scheinprozess ertragen mussten.» Sie hätten aber nie die Hoffnung verloren. «Jetzt, da sie wieder als Familie vereint sind, können sie endlich in Frieden leben», so der Politiker. 

Mitgewirkt bei den Verhandlungen hat Berichten zufolge der saudiarabische Prinz Mohammed bin Salman. Er habe mit dem Kreml Kontakt aufgenommen, um die Freilassung der Gefangenen zu erreichen. Die zehn Söldner wurden denn auch nach Riad ausgeflogen.  

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