In Luxemburg – Kind sitzt weinend im Auto – wo war der Papa?

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In LuxemburgKind sitzt weinend im Auto – wo war der Papa?

LUXEMBURG – Ein Vater soll sein Kind mitten in der Nacht in einem unversperrten Auto sitzen gelassen haben. Der Luxemburger bestreitet jedoch, in einer Bar gewesen zu sein.

Ein weinendes Kind sitzt um 4 Uhr morgens allein in einem Auto, vom Fahrer oder einer Aufsichtsperson fehlt jede Spur. Besorgte Passanten eilen herbei und begeben sich auf die Suche nach dem Vater des Jungen. Die herzzerreißende Szene wird gerade tausendfach unter portugiesischsprachigen Nutzern auf Facebook geteilt. Bis Dienstagmorgen wurde das Video bereits 97.000 Mal angeklickt.

Wie sich herausstellt, geschah der Vorfall in der Nacht von Montag auf Dienstag in Luxemburg-Stadt, in der Nähe des früheren Arbed-Geschäftssitzes. Das dreijährige Kind saß auf dem Rücksitz des Wagens und wirkte verängstigt, wie der DJ Dandy Lisbon, ein Augenzeuge, erzählt: «Wir haben neben dem Auto geparkt und gesehen, dass das Kind allein ist. Wir haben sofort nach den Eltern gesucht. Den Vater fanden wir dann in einer nahe gelegenen Bar.»

Polizei in Kenntnis gesetzt

Nach Angaben des Augenzeugen behauptete der Mann, dass er nur auf dem WC gewesen sei. Danach machte er sich schnell aus dem Staub. «Es ist schlimm, wenn man ein Kind um diese Zeit allein im unversperrten Auto lässt.»

Die Polizei ist über die Sache in Kenntnis gesetzt worden. «Die Beamten haben die Akte an den Jugendschutzdienst der Kriminalpolizei weitergegeben», erklärt eine Sprecherin der Police Grand-Ducale. «Aber es wäre vielleicht angebracht gewesen, uns zuerst zu informieren, anstatt ein Video von einem Minderjährigen mit unverdecktem Gesicht auf Facebook zu posten.»

Dandy Lisbon hat das Video mittlerweile von Facebook entfernt, «um die Identität des Kindes zu schützen».

UPDATE:

Der Vater des Jungen hat sich am Dienstagnachmittag bei L’essentiel gemeldet. Er bestreitet, in einer Bar gewesen zu sein, während das Kind allein im Auto saß: «Das stimmt definitiv nicht.»

Er habe den Jungen in der Nacht abgeholt, schildert der Luxemburger mit sichtlich aufgeregter Stimme. Dann habe er sich «für höchstens zehn Minuten» etwa 50 Meter vom Auto entfernt, um mit einer anderen Person zu reden. Um wen es sich dabei handelt, wollte der Mann nicht sagen – außer, dass es zu einer verbalen Auseinandersetzung mit dem- oder derjenigen kam.

Danach will er zum Auto gegangen und mit dem Jungen nach Hause gefahren sein. Der Luxemburger überlegt jetzt, ob er sich einen Anwalt nehmen soll: Durch das Video, das auf Facebook gestellt wurde, sei seine Privatsphäre und die seines Sohnes verletzt worden. Zuerst muss der Vater jedoch für eine Befragung zur Polizei.

(th/jw/am/jt/L'essentiel)

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