Schock in Italien: Kindermädchen lässt Baby aus Fenster fallen – «jetzt ist Tommaso frei»

Publiziert

Schock in ItalienKindermädchen lässt Baby aus Fenster fallen – «jetzt ist Tommaso frei»

Eine Babysitterin ist in Italien wegen versuchten Mordes verhaftet worden. Die 32-jährige Frau soll ein 13 Monate altes Kind absichtlich aus dem zweiten Stock eines Hauses fallen gelassen haben.

1 / 3
In der Ortschaft Soliera in der italienischen Provinz Modena soll Monica Santi am Dienstag ein 13 Monate altes Baby aus dem zweiten Stock eines Hauses fallen gelassen haben. (Symbolbild)

In der Ortschaft Soliera in der italienischen Provinz Modena soll Monica Santi am Dienstag ein 13 Monate altes Baby aus dem zweiten Stock eines Hauses fallen gelassen haben. (Symbolbild)

Google Streetview
Die Frau gibt an, sich an nichts erinnern zu können. (Symbolbild)

Die Frau gibt an, sich an nichts erinnern zu können. (Symbolbild)

imago images/Cavan Images
Monica Santi befindet sich wegen versuchten Mordes in Untersuchungshaft. Das Kind liegt auf der Intensivstation des Krankenhauses Maggiore in Bologna. (Symbolbild)

Monica Santi befindet sich wegen versuchten Mordes in Untersuchungshaft. Das Kind liegt auf der Intensivstation des Krankenhauses Maggiore in Bologna. (Symbolbild)

imago images/ZUMA Wire

Es war offenbar kein Unfall, sondern eine Tat mit Absicht: In der Ortschaft Soliera in der italienischen Provinz Modena soll Babysitterin Monica Santi am Dienstag ein 13 Monate altes Kleinkind aus dem zweiten Stock eines Hauses fallen gelassen haben. Die 32-Jährige kümmerte sich um das Kind, während seine Eltern bei der Arbeit waren. Das Baby liegt nun auf der Intensivstation des Spitals Maggiore in Bologna – Monica Santi befindet sich wegen versuchten Mordes in Untersuchungshaft.

Niemand sah, was genau geschah. Einzig die Haushaltshilfe ist eine Schlüsselzeugin: Der Polizei sagte die Frau, Santi sei nach dem Vorfall in den ersten Stock des Hauses gegangen und habe zu ihr gesagt: «Geh nach unten und sieh nach. Tommaso ist endlich frei.» Während die Haushaltshilfe verzweifelt die Treppe hinunterrannte, hörte sie bereits die ersten Schreie der Passanten. Ein Nachbar alarmierte den Rettungsdienst. Während auf der Straße aufgeregte Menschen waren, stand das Kindermädchen laut Zeugen am Fenster und schaute teilnahmslos hinaus.

«Soviel ich weiß, war sie gestresst»

Bei ihrem ersten Verhör durch die Ermittelnden gab die Babysitterin an, sich an nichts von dem, was am Dienstagmorgen passierte, zu erinnern. Am nächsten Morgen habe sich Santi nach dem Gesundheitszustand des Kleinen erkundigt, erklärte ihre Anwältin Francesca Neri gegenüber «La Repubblica». Ihre Mandantin sei aber «in einem Zustand der Verwirrung», so Neri. Es sei bisher unmöglich gewesen, «das Geschehen sachlich zu rekonstruieren».

Die Familie des verletzten Babys ist geschockt. «Sie hatte nie Anzeichen von Verwirrung oder Unausgeglichenheit gezeigt», sagte die Großmutter des Kindes. Monica Santi, studierte Wirtschaftswissenschaftlerin, arbeitete seit Januar mit den Eltern von Tommaso. «Acht Stunden am Tag», fügte die Anwältin des Kindermädchens hinzu. «Soviel ich weiß, war sie gestresst», meint ein Nachbar gegenüber dem «Corriere della Sera». Die 32-Jährige machte den Angaben zufolge gerade eine schwierige Zeit in ihrem Leben durch. 

Am Freitag ist die erste Anhörung vor Gericht. «Wir werden prüfen, ob wir ein psychiatrisches Gutachten beantragen», sagte die Anwältin der Babysitterin zum Portal «Fanpage». 

(L'essentiel/Karin Leuthold)

Deine Meinung

1 Kommentar