Häusliche Gewalt – Kindesmissbrauch nimmt in Luxemburg zu

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Häusliche GewaltKindesmissbrauch nimmt in Luxemburg zu

LUXEMBURG - Experten für den Kampf gegen häusliche Gewalt haben am Dienstag die Bilanz 2016 vorgestellt. Insgesamt gab es etwas weniger gemeldete Fälle als im Vorjahr.

Von häuslicher Gewalt sind meistens Frauen betroffen.

Von häuslicher Gewalt sind meistens Frauen betroffen.

DPA/Maurizio Gambarini

789 Mal rückte die Police Grand-Ducale 2016 wegen häuslicher Gewalt aus. Das ist ein leichter Rückgang von 1,62 Prozent gegenüber dem Vorjahr (802). Allerdings führten 256 Fälle zu Verweisen für eine Person, was wiederum 5,78 Prozent mehr als 2015 sind. Danach muss sich der Angreifer 14 Tage von dem Opfer fernhalten. In ihrem Jahresbericht klärten die Experten im Kampf gegen häusliche Gewalt am Dienstag über die Bilanz auf.

Am häufigsten musste die Polizei in der Hauptstadt vorstellig werden (160 Einsätze). Es folgen Esch/Alzette (69) und Differdingen (57). Auf die drei größten Städte des Landes konzentrieren sich damit auch ein Drittel der gemeldeten Fälle. 40 Prozent der Einsätze fanden am Wochenende statt. Zu den meisten Vergehen gehörten körperliche Gewalt (231 Mal), Beleidigungen (69) und Morddrohungen (53).

146 Opfer minderjährig

62 Prozent der Opfer sind Frauen, womit die Zahl genau so hoch wie 2015 ist. Die Altersgruppe zwischen 35 und 45 Jahren ist am häufigsten betroffen (28 Prozent). Es folgt die Gruppe der 25-35 Jährigen (21 Prozent). 146 Opfer waren minderjährig. 68 Prozent der Täter waren männlich, davon ein Drittel zwischen 35 und 45 Jahren.

Von den 256 Verweisen, die von der Staatsanwaltschaft ausgesprochen wurden, waren zu 80 Prozent Partner, Eheleute, Lebensgefährte oder Ex-Freund betroffen. In Sachen Kindesmissbrauch gab es 24 gemeldete Fälle. 2015 waren es 15.

(MC/l'essentiel)

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