Stadtentwicklung – Kirchberg sucht Bewohner

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StadtentwicklungKirchberg sucht Bewohner

LUXEMBURG – Zeitgleich mit der Vorstellung des Jahresberichts 2011 gab der Fonds Kirchberg Einblicke in die Pläne, wie das Geschäfts- zum Wohnviertel werden soll.

Am Anfang gab es auf dem Plateau hauptsächlich die diversen EU-Institutionen, später wurde es zum Finanz- und Geschäftszentrum. Doch die Entwicklungsagentur Fonds du Kirchberg hofft, das Viertel bis 2020 zu einem vollständigen Stadtviertel mit ausreichend Wohn- und Freizeitraum zu machen. In einer ersten Phase bis 2016 werden 140 Millionen Euro investiert.

Die Entwicklung des jüngsten Stadtviertels Luxemburgs ist beeindruckend: Arbeiteten vor acht Jahren erst 24 000 Menschen dort, so sind es mittlerweile 31 500. Schätzungen gehen davon aus, dass es in weiteren acht Jahren zwischen 50 und 60 000 sein werden. Ein Infrastrukturausbau ist also dringend nötig.

Fahrradpiste über die «Roud Bréck»

Die Verkehrsanbindung des Kirchbergs, der von tiefen Tälern vom Rest der Hauptstadt abgeschnitten ist, genießt dabei höchste Priorität. 23,8 Millionen Euro sind allein für den ersten Kilometer zwischen dem Rond-Point Schumann und der Philharmonie vorgesehen, wo das Herzstück der Verkehrsanbindung entstehen wird: Der CFL-Bahnhof am Fuß der Grande-Duchesse-Charlotte-Brücke, der über eine Standseilbahn an das Plateau angebunden ist. Geplantes Datum der Fertigstellung ist 2017.

Die Brücke selbst wird ebenfalls saniert, um dem wachsenden Verkehrsfluss standzuhalten und um die Tram-Trasse zu empfangen. In beide Richtungen werden je zwei Fahrbahnen beibehalten, aber auch breite Fußgängerwege und einen Fahrradweg auf der Südseite. Die Sicherheitsgeländer aus Plexiglas auf beiden Seiten werden durch ein Geländer aus dünnen Lamellen ersetzt, die eine bessere Sicht auf das Alzette-Tal erlauben.

Wohnungen und Einkaufszentrum

Die Zahl der Wohnungen auf dem Kirchberg soll stark wachsen, von derzeit 2 400 auf 7 000. Gegenüber des Reha Zentrums sollen 144 Appartementwohnungen entstehen, 20 davon werden vermietet. Im Bereich Kiem entstehen 32 Wohnhäuser und 860 Appartements. Die Hälfte der Wohnungen dort wird von der SNHBM gebaut, der Rest vom Fonds Kirchberg.

Auch den Fußgängern soll Rechnung getragen werden. Parallel zum Boulevard Kennedy solle ein Grünstreifen entstehen, der es Fußgängern erlaubt, sich auf der Ost-West-Achse fernab der Verkehrsadern zu bewegen. Eine Fußgängerbrücke zwischen der Place de l’Europe und dem Kunstmuseum Mudam ist ebenfalls geplant. Zusätzlich soll dort ein kleineres Einkaufszentrum mit 5 000 Quadratmetern Nutzfläche entstehen

(L'essentiel Online/MC/mth)

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