Rekordhoch – Kleinanleger treiben Gamestop-Aktie in die Höhe
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RekordhochKleinanleger treiben Gamestop-Aktie in die Höhe

Ein neues Phänomen sorgt für Turbulenzen auf dem US-Aktienmarkt. Dabei spielen Preisabsprachen in Onlineforen eine Rolle.

Spielen mit Geld: Die Gamestop-Aktie schnellt gerade in die Höhe.

Spielen mit Geld: Die Gamestop-Aktie schnellt gerade in die Höhe.

AFP

Ausnahmezustand am US-Finanzmarkt: Niedrige Handelsgebühren, Absprachen in Online-Foren und Youtube-Tutorials haben in der Pandemie einen Börsenboom ausgelöst, bei dem eine neue Generation von Kleinanlegern Aktien angeschlagener Firmen in ungeahnte Höhen katapultiert. Am Mittwoch ging es für die seit Tagen schon heftigen Kurskapriolen ausgesetzten Papiere des Computerspiel-Händlers Gamestop um weitere rund 150 Prozent nach oben. Die kürzlich noch als Pleitekandidatin gehandelte weltgrößte Kinokette AMC stand zeitweise sogar mit 310 Prozent im Plus.

Aus Sorge vor wirtschaftlichen Schwierigkeiten waren die Aktien von Gamestop noch 2020 bei einem Rekordtief von 2,57 Dollar zu haben gewesen. Doch seit Mitte Januar kennen die Papiere nur noch eine Richtung – nach oben. Zuletzt wurden die Aktien zum Rekordpreis von rund 150 Dollar gehandelt. Als maßgeblicher Faktor hinter der Kursrally gilt ein neues Phänomen am US-Aktienmarkt, bei dem sich massenweise Kleinanleger in Foren etwa auf der Chat-Plattform Reddit im Stile von Flashmobs absprechen, um bestimmte Aktien zu kaufen.

Elon Musk macht mit

Dank eines nicht zuletzt von der Wertpapierhandels-App Robinhood ausgelösten Preiskriegs zwischen Online-Brokern, der die Gebühren massiv hat sinken lassen, hat sich der Aktienhandel in den USA gerade bei vielen Jüngeren während der Corona-Krise zu einer Art Volkssport entwickelt. Hinzu kommt, dass auch riskantere Transaktionen etwa mit Optionen, bei denen beispielsweise nur Bruchteile des Werts eines Anteilsscheins gehandelt werden, inzwischen viel stärker der breiten Bevölkerung und nicht mehr nur Finanzprofis zugänglich sind.

So gehört etwa Gamestop zu den Aktien, die jüngst stark auf der Online-Plattform Reddit diskutiert wurden. Ein Hobby der Community ist es zudem, durch konzertierte Aktionen professionelle Investoren aus dem Markt zu drängen, die auf fallende Kurse spekuliert haben. Bei Gamestop kam es zuletzt zu einem regelrechten Kräftemessen mit Hedgefonds, bei dem sich die Kleinanleger zumindest vorerst durchsetzen konnten. Ganz neu ist das Phänomen indes nicht. Bereits seit Jahren gibt es Social-Trading-Plattformen, auf denen sich Nutzer austauschen, um gemeinsam Kaufideen zu entwickeln.

Im Fall von Gamestop soll zuletzt auch der auf dem Kurznachrichtendienst Twitter sehr präsente Tesla-Chef Elon Musk mit einem Tweet zu Gamestop und einem Link zu den Reddit-Nutzern die jüngste Rally angefacht haben. Analysten warnen derweil, dass der massive Kursanstieg nichts mit der Realität zu tun habe. Experte Jens Rabe etwa meint, der Höhenflug der Gamestop-Aktien schade dem Ansehen der Börse, da der Vorgang als «Zockerei» wahrgenommen werde. Er fordert sogar ein Durchgreifen der Aufsichtsbehörden, da Aktien kleiner Firmen als Spielball missbraucht werden könnten.

(L'essentiel/dpa)

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