«Rip-Deal» – Kleine Scheine, falsche Bankoten, großer Betrug
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«Rip-Deal»Kleine Scheine, falsche Bankoten, großer Betrug

KLEINBETTINGEN – Olivier verlor fast 50.000 Euro. Als er sein Haus verkaufen wollte, geriet er an einen «Rip-Deal»-Betrüger.

»Kleine gebrauchte Scheine» - darauf sind die «Rip-Deal»-Betrüger aus.

»Kleine gebrauchte Scheine» - darauf sind die «Rip-Deal»-Betrüger aus.

DPA

Es ist Mitte Januar, als ein Käufer anruft. Aus Spanien – aber mit einer niederländischen Telefonnummer, erinnert sich Olivier. Der 48-Jährige aus Kleinbettingen ist auf der Suche nach einem Käufer für ein Haus. Mehrere Anzeigen hat er geschaltet – online. «Der Mann präsentiert sich als Unternehmer und Chef mehrerer Bäckereien mit Interesse an Immobilieninvestitionen», erinnert sich Olivier. Eine Woche später treffen sich die beiden im niederländischen Maastricht. Der Investor gibt an, «zufällig wegen geschäftlichen Terminen dort zu sein.»

Das Treffen geht gut. Die 650.000 Euro, die Olivier für das Haus haben möchte, scheinen auch den Vorstellungen des Käufers zu entsprechen. Dafür will der aber einen Teil der Summe «schwarz» bezahlen. Er sagt, dass ihm dazu noch 50.000 Euro an Bargeld fehlen.

50.000 Euro in kleinen Scheinen

«Damit unser Deal vor dem Notar bestand hat, fragte er, ob ich ihm 50.000 Euro in kleinen Scheinen leihen kann – er wollte mir die Summe dann in 500-Euro-Scheinen aus der schwarzen Kasse seines Unternehmens zurückzahlen», sagt Olivier. «Ich zögerte, aber ich akzeptierte. Wir einigten uns sogar darauf, dass er für 20.000 Euro die Möbel übernehmen würde.» Ein zweites Treffen sollte zwei Wochen später stattfinden.

In der Zwischenzeit fragt Olivier seine Frau und seine Freunde – und recherchiert im Internet. Er entdeckt, dass derzeit eine Betrugsmasche groß in Mode ist: der Rip-Deal. Dabei erleichtern die Betrüger ihre Opfer um große Mengen kleiner Scheine und geben ihnen gefälschte große Scheine. Wenn die Opfer den Trick durchschauen, ist es meistens schon zu spät.

Olivier ist alarmiert. «Ich sagte das geplante Treffen ab und schob das Interesse eines anderen Kunden vor. Und ich überließ den Hausverkauf einer Immobilienagentur.

(Pierre Théobald/L'essentiel)

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