Klimaschutz – Klimaschutz in Corona-Zeiten droht Stillstand

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KlimaschutzKlimaschutz in Corona-Zeiten droht Stillstand

Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken warnt vor «kontraproduktiven Entwicklungen» hinsichtlich des Klimaschutzes beim Kampf gegen die Corona-Pandemie.

Die aktuellen Herausforderungen im Klimaschutz, in der Erhaltung der Artenvielfalt und in der Bewältigung der Corona-Pandemie stünden in einem Zusammenhang, sagte Höfken.

Die aktuellen Herausforderungen im Klimaschutz, in der Erhaltung der Artenvielfalt und in der Bewältigung der Corona-Pandemie stünden in einem Zusammenhang, sagte Höfken.

DPA/Roland Holschneider

Die Corona-Krise darf aus Sicht der rheinland-pfälzischen Umweltministerin Ulrike Höfken die notwendigen Bemühungen für den Klimaschutz nicht in den Hintergrund drängen. «Es darf kein verlorenes Jahr bei der Krisenbewältigung im Klimawandel geben», sagte die Grünen-Politikerin. Sie befürchte, dass es in der Klimaschutzpolitik jetzt zu großen Rückschritten, zu einem «Rollback» komme, was schwerwiegende Folgen für den Schutz der Lebensgrundlagen auf der Erde haben werde. «Anders als bei Corona wird es gegen den Klimawandel nie einen Impfstoff geben.»

Auf der Tagesordnung stünden nach Ansicht Höfkens jetzt Maßnahmen und Projekte, um den Klimaschutz endlich wirksamer voranzubringen. Als Beispiel nannte sie die Neufassung des Gesetzes für Erneuerbare Energien (EEG-Gesetz), die Entwicklung von Klimaschutzkriterien in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union oder die Umsetzung des Green Deals der EU mit dem Ziel der Klimaneutralität in Europa bis 2050.

« «Das finde ich unverzeihlich.» »

Höfken warf Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) vor, «all diese notwendigen Verbesserungen nach hinten zu stellen» und fügte hinzu: «Das finde ich unverzeihlich.» Große Unternehmen seien inzwischen weiter als der Bundesminister und setzten etwa auf die Eigenstromnutzung, um klimaneutral in die Zukunft zu gehen. Sie befürchte, dass stattdessen «unter dem Deckmantel der Corona-Bekämpfung kontraproduktive Entwicklungen» forciert würden. «Neue Konjunkturprogramme wie eine Abwrackprämie für Autos drohen den Klimawandel zu verschlimmern.»

Zusammenhang zwischen Klimaschutz und Bewältigung der Pandemie

Die aktuellen Herausforderungen im Klimaschutz, in der Erhaltung der Artenvielfalt und in der Bewältigung der Corona-Pandemie stünden in einem Zusammenhang, sagte Höfken im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. «Sie haben alle etwas mit unserem Lebensstil zu tun.»

So könne etwa die Zerstörung der Lebensgrundlagen von Arten auch dazu beitragen, dass bestimmte Krankheiten die Artengrenzen übersteigen und von Tieren auf Menschen übertragen werden könnten. Bei der Ebola-Epidemie in Afrika hätten Armut und Lebensmittelknappheit dazu geführt, dass Menschen immer tiefer in Wälder vordrangen und dort mit infizierten Tieren in Kontakt gerieten. «Es gibt sehr viele Menschen, die sagen: So geht es nicht weiter», sagte Höfken. «All diese Krisen können nur im Zusammenhang bewältigt werden.»

In der zweiten Jahreshälfte will das Umwelt- und Energieministerium dem Ministerrat ein neues Landesklimaschutzkonzept vorlegen. Zur Fortschreibung des 2015 erstmals aufgelegten Konzepts gingen im vergangenen Jahr mehr als 4000 Beiträge in einem Online-Dialog ein. Die dabei vorgeschlagenen Maßnahmen werden jetzt noch mit den anderen Ressorts wie dem Verkehrsministerium abgestimmt.

(L'essentiel/dpa)

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