Deutscher Fußball-Experte – Knall bei der ARD – Scholl geht

Publiziert

Deutscher Fußball-ExperteKnall bei der ARD – Scholl geht

Mehmet Scholl ist nicht mehr Experte der ARD. Der ehemalige Internationale und der Sender beenden die Zusammenarbeit.

Quirliger Fußball-Kenner: Mehmet Scholl (r.) war neun Jahre lang Experte bei der ARD. (5. Juli 2017)

Quirliger Fußball-Kenner: Mehmet Scholl (r.) war neun Jahre lang Experte bei der ARD. (5. Juli 2017)

Andreas Gebert

Wie die «Sportschau» meldet, haben sich die ARD und Mehmet Scholl auf eine Vertragsauflösung geeinigt. Der ehemalige Fußball-Nationalspieler war immerhin neun Jahre lang Fußball-Experte im ersten deutschen Programm. Warum die Zusammensarbeit aufgelöst wurde, wird nicht erklärt. Aber zuletzt hatte es zwischen dem Sender und dem 46-Jährigen Ärger gegeben.

Zum Disput war es im Rahmen des Confed-Cups in Russland gekommen. Vor den Halbfinalepartien Deutschland gegen Mexiko sowie Chile gegen Portugal wurde ein Bericht über Doping in der russischen Fußball-Nationalmannschaft bei der WM 2014 gezeigt. Im Bayerischen Rundfunk hatte Scholl – so der Nachrichtensender n-tv – erklärt, er habe damals gesagt: «Ich möchte, dass diese Story für diesen schönen Tag draußen bleibt. Da haben die gesagt, die bleibt nicht draußen und ich darf mich nicht ins Programm einmischen. Da habe ich gesagt: Ich gehe. Und dann bin ich gegangen.» Stattdessen war Thomas Hitzlsperger an der Seite des Moderators Matthias Opdenhövel eingesprungen.

Scholl hatte an zwei Sendungen nicht teilgenommen, weil er sich zum Thema «Doping in Russland» nicht hatte äußern wollen. Dieses Verhalten war von den deutschen Medien scharf kritisiert worden. Die Süddeutsche Zeitung bezeichnete ihn als «mittelgebildeten und maximal bezahlten Querdenkerdarsteller».

Gegenseitiges Lob

Immerhin wird von den Parteien nach der Trennung nicht nur Geschirr zerschlagen. «Ich bedanke mich für tolle und ereignisreiche Jahre als Experte bei der ARD, es hat mir immer sehr viel Spaß gemacht», wird Scholl in Mitteilung der ARD zitiert. Für den TV-Sender sagt Sportkoordinator Axel Balkausky: «Wir bedanken uns bei Mehmet Scholl für die großartige Zeit mit einem meinungsstarken, streitbaren und originellen Experten, der unsere Sendungen extrem bereichert hat. Er hat den Zuschauern einen tiefen Einblick in den Fußball ermöglicht und sie bestens unterhalten.»

Die Frage ist nun, wer Nachfolger des sprachlich oft quirligen Experten wird.

(L'essentiel/fal/sda)

Deine Meinung