In Bronze gegossen – Knut lebt!
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In Bronze gegossenKnut lebt!

Ein Denkmal erinnert jetzt im Berliner Zoo an den verstorbenen Eisbären Knut. Viele Besucher streichelten die Skulptur – und waren stinksauer auf den Zoo.

Viele Dutzend Besucher streichelten die bronzene Skulptur nach der Enthüllung durch Zoodirektor Bernhard Blaszkiewitz und den Nürnberger Bildhauer Josef Tabachnyk. Einige legten bunte Blumen auf die 1,40 Meter lange und 1,15 Meter breite Figur, die einen träumenden Knut auf einer Eisscholle aus weiß-grauem Granit zeigt.

Das wohl beliebteste Tier in der Berliner Zoogeschichte habe «Spuren der Liebe» hinterlassen, sagte die kaufmännische Chefin des Zoos, Gabriele Thöne. Sie erinnerte daran, dass Menschen aus allen Teilen der Welt Knut besucht hätten und in staunendem «Ahh» und «Ohh» vereint gewesen seien. Viele Menschen hätten darüber den Kopf geschüttelt, doch auch sie hätten sich nicht «dem Zauber des Augenblicks entziehen können», sagte Thöne.

Der Kult um Knut geht für viele Fans weiter

Zoodirektor Blaszkiewitz mahnte jedoch vor einem zu großen Knut-Kult: «Es gibt einen Unterschied zwischen einem toten Menschen und einem toten Tier», sagte Blaszkiewitz. Während der Enthüllung des Denkmals musste er sich mehrfach gegen kritische Zwischenrufe wehren.

Viele Knut-Fans kritisieren eine zu lieblose Erinnerung an den Eisbären. Rita Ranke war aus Hamburg angereist und sagte an Blaszkiewitz gerichtet: «Er hat die Bedeutung von Knut nie erkannt.» Der Eisbär habe eine außerordentliche Persönlichkeit gehabt - «und ich spreche bewusst von Persönlichkeit», fügte Ranke an, die nach eigenen Angaben ein bisher unveröffentlichtes Buch über Knut verfasste.

Blaszkiewitz widmete das Denkmal vor allem den Kindern. Sie könnten ab sofort auf dem bronzenen Knut sitzen oder darauf herumklettern. Dem Künstler Tabachnyk sei eine sehr realistische Darstellung von Knut im Alter von etwa eineinhalb Jahren gelungen.

Acht Monate an der Skulptur gearbeitet

Tabachnyk war sichtlich stolz. Es sei für ihn eine große Ehre, dass das Denkmal auf so viel Aufmerksamkeit stoße, sagte er angesichts zahlreicher Fotografen, Kamerateams und Fans. Acht Monate hatte Tabachnyk in seiner Nürnberger Werkstatt an der Knut-Figur gearbeitet. Erst am Mittwochmorgen hatten Mitarbeiter des Zoos sie neben die Eisbärenanlage gestellt.

Knuts Tod im März 2011 hatte durch Medienberichte international Bestürzung ausgelöst. Fans vom Förderverein Freunde des Hauptstadtzoos sammelten Geld ein und finanzierten das Denkmal über Spenden. Etwa 35 Künstler hatten nach Angaben des Zoos Modelle eingereicht, der in der Ukraine geborene Bildhauer Tabachnyk erhielt den Zuschlag.

(L'essentiel Online/gux/dapd)

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