Luxemburg – Könnte Homeoffice eine Lösung für Ungeimpfte sein?

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LuxemburgKönnte Homeoffice eine Lösung für Ungeimpfte sein?

LUXEMBURG – Die Aleba schlägt für Personen, die keinen gültigen CovidCheck vorweisen können, Telearbeit vor. Diese Lösung geht allerdings mit einigen Hürden einher.

Viele Unternehmen im Finanzwesen setzen bisweilen noch auf Homeoffice.

Viele Unternehmen im Finanzwesen setzen bisweilen noch auf Homeoffice.

Die Entscheidung der Regierung, das 3G-System (geimpft, geheilt oder getestet) am Arbeitsplatz einzuführen, stellt Arbeitgeber und Arbeitnehmer vor eine große Herausforderung. Welche Lösungen gibt es für Personen, die sich nicht impfen lassen wollen und bald jeden Tag einen negativen Test bei der Arbeit vorweisen müssen?

Die Aleba äußert in diesem Zusammenhang eine erste Idee: «Dem Arbeitnehmer, der keinen gültigen CovidCheck vorlegen kann, muss eine alternative Lösung in Form von Telearbeit angeboten werden», schreibt die größte Gewerkschaft des Finanzsektors am Donnerstag in einer Mitteilung. Ein Vorschlag, der allerdings auch Hürden mit sich bringt. Beispielsweise die Gleichbehandlung der Arbeitnehmer. Wie soll man geimpften Arbeitnehmern erklären, dass sie auf der Arbeit erscheinen müssen, während Kollegen, die sich nicht impfen lassen wollen, von Sonderregelungen profitieren können?

Weiter erklärt Jean-Jacques Rieff, stellvertretender Vorsitzende des Exekutivausschusses von Aleba, auf Anfrage von L'essentiel, dass die Steuer- und Sozialversicherungsabkommen mit den Nachbarländern, die es Grenzgängern ermöglichen, während der Pandemie unbegrenzt von zuhause zu arbeiten, noch nicht verlängert wurden. Derzeit enden diese am 31. Dezember.

«Tests auf Kosten des Arbeitgebers?»

«Wenn sie nicht verlängert werden, werden alle Grenzgänger gezwungen sein, ins Büro zurückzukehren. Wir hoffen, dass sich etwas ändert, sonst wird es Probleme geben.» Weiter erklärt Jean-Jacques Rieff, dass sie mindestens zwei Tage Telearbeit für alle unterstützen würden. Hierbei ginge es darum, die Ansteckungsgefahr zu verringern, aber auch «die Frustration über Verkehrsprobleme zu reduzieren, den CO2-Fußabdruck zu verringern und sich an neue, moderne Formen der Arbeitswelt anzupassen und sich neuen digitalen Gepflogenheiten anzupassen», schreibt die Aleba.

«Viele Arbeitnehmer haben fast zwei Jahre lang im Homeoffice gearbeitet und so die Arbeit der Unternehmen im Land ermöglicht. Die Effizienz und Flexibilität der Telearbeit muss also nicht mehr bewiesen werden», betont die Gewerkschaft.

Doch was können Unternehmen tun, wenn dieser Lösungsvorschlag nicht gefördert wird? «Die Unternehmen könnten zum Beispiel einen Gesundheitsexperten damit beauftragen, die betroffenen Personen täglich zu testen. Das Ganze auf Kosten des Arbeitgebers. Das ist besser, als den sozialen Frieden in der Firma zu gefährden», so Rieff abschließend.

(th/L'essentiel)

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