In Luxemburg – «Kokain spielt leider eine immer größere Rolle»

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In Luxemburg«Kokain spielt leider eine immer größere Rolle»

LUXEMBURG – Der Drogenszene im Großherzogtum befindet sich im Wandel. Die Zahl der Opfer bleibt jedoch stabil. Das geht aus dem Jahresbericht 2015 hervor.

Gesundheitsministerin Lydia Mutsch (LSAP, M.) hat am Dienstag den nationalen Drogenbericht 2015 präsentiert.

Gesundheitsministerin Lydia Mutsch (LSAP, M.) hat am Dienstag den nationalen Drogenbericht 2015 präsentiert.

L'essentiel/hej

Ein ständig wechselnder Markt, neue Stoffe und nicht leicht zu verhindernde Beschaffungsmaßnahmen – die Drogenszene in Luxemburg ist schwer in den Griff zu bekommen. Im Gesundheitsministerium wurde am Dienstag der nationale Drogenbericht 2015 vorgesellt. Bei diesem stand insbesondere die Entwicklung der letzten Jahre im Mittelpunkt. «Es gab in den vergangenen Jahren einen deutlichen Rückgang an Toten nach einer Überdosis», stellte Gesundheitsministerin Lydia Mutsch gleich den wichtigsten Punkt heraus.

In der Tat: Im Jahr 2015 gab es zehn Drogentote. Das sind zwar zwei mehr als noch 2014, im Vergleich zu 2007 jedoch ein deutlicher Fortschritt – da waren es 27. Die Zahl der problematischen Konsumenten lag 2015 bei 1900. Im Jahr 2014 waren es noch 2070. Auch hier zeichnet sich ein stabiler Wert ab, wie die Ministerin betont.

Luxemburg mit Koks überschwemmt

Mit Sorge wird der Kokain-Konsum im Großherzogtum beobachtet. Dieser ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. «Kokain spielt leider eine immer größere Rolle. Der Markt wird fast schon überschwemmt», sagte der nationale Drogenkoordinator Alain Origer. Auch der Konsum von synthetischen Drogen wie LSD und Ecstasy ist weiter im Vormarsch.

Knapp 50 Prozent der Drogenabhängigen besorgen sich ihren Stoff mittlerweile in Luxemburg. Vor 20 Jahren waren es gerade einmal acht Prozent. Immer häufiger wird dafür das Internet benutzt. Viele Geschäfte werden heute über soziale Netzwerke oder dubiose Foren abgewickelt. «Diesen Trend müssen wir wachsam im Auge behalten und dagegen vorgehen», sagt Mutsch.

Alles in allem sieht Mutsch die nationalen Drogenbekämpfungsstratgien aber als erfolgreich an. 15 Millionen Euro beträgt das Budget für den aktuellen Aktionsplan bis 2019. Die durchaus positiven Entwicklungen im Kampf gegen Drogen sollen damit weiter verstärkt werden.

(Henning Jochum/L'essentiel)

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