In Miami vor Gericht – Koks-Königin bekennt sich schuldig
Publiziert

In Miami vor GerichtKoks-Königin bekennt sich schuldig

Sie ist eine der schillerndsten Figuren des mexikanischen Drogenbusiness: Sandra Avila Beltran. Nun hat sich die «Königin des Pazifiks» vor einem US-Gericht schuldig bekannt.

Avila hat mit der Staatsanwaltschaft einen Deal geschlossen: Die Drogenbaronin bekannte sich schuldig, die Justiz bei der Verhaftung ihres früheren Partners Juan Diego Espinoza Ramirez alias El Tigre behindert zu haben. Im Gegenzug ließ das Gericht eine Anklage wegen Drogenschmuggels fallen, wie «The Guardian Express» berichtet. Ihr drohen 15 Jahre Haft, von denen sie bereits sechs in Mexiko abgesessen hat.

Die Nichte von Miguel Angel Felix Gallardo, der in den 1980er Jahren den mexikanischen Kokainhandel beherrscht hat, war 2007 in Mexico City verhaftet und 2012 an die USA ausgeliefert worden. Sie gilt als eine der wenigen Frauen in einer Führungsrolle innerhalb der männerdominierten Drogenkartelle. Die in Baja California geborene Schönheit soll mit Espinoza Ramirez im großen Stil Kokain aus Kolumbien nach Mexiko gebracht und Millionen von Dollar gewaschen haben.

«Je schöner die Rose ...»

Avila ist in der Bevölkerung eine Legende. Ein Bestseller erzählt die Geschichte ihres Lebens, die Band Tigres del Norte widmeten ihr ein Lied: «Reina de reinas» («Königin der Königinnen»; Video siehe unten). Darin heißt es: «Je schöner die Rose umso gefährlicher ihre Dornen.»

Die Behörden waren bereits 2002 auf Avila aufmerksam geworden, als sie den Entführern ihres Sohnes fünf Millionen Lösegeld bezahlt hatte. Bis 2007 konnte sie sich aber unter dem Namen Daniela Garcia Chávez verstecken. Die Frau, die zweimal mit einem mexikanischen Drogenfahnder verheiratet war – beide wurden von Auftragskillern getötet –, lebte unerkannt in einem Mittelstandsquartier in der Hauptstadt.

Schluss mit Spezialbehandlung

Nach ihrer Verhaftung – bevor sie abgeführt wurde, wollte sie sich noch schminken – machte sie Schlagzeilen, als ihr ein Arzt im Knast eine Botox-Behandlung verpasste. Im US-Strafvollzug wird die an Luxus gewöhnte Königin des Pazifiks auf Sonderbehandlungen verzichten müssen.

(L'essentiel Online/trx)

Deine Meinung