Strecke Metz-Luxemburg – «Kommt mein Zug eines Tages mal pünktlich?»

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Strecke Metz-Luxemburg«Kommt mein Zug eines Tages mal pünktlich?»

LUXEMBURG - Seit 19. November stehen in Zügen zwischen Frankreich und Luxemburg mehr Sitzplätze zur Verfügung. Die Pendler sind trotzdem nicht zufrieden.

Bilder bei Twitter beweisen: Die Züge sind restlos überfüllt.

Bilder bei Twitter beweisen: Die Züge sind restlos überfüllt.

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Seit einer Woche ist die Kapazität in den Pendlerzügen zwischen Metz und Luxemburg erhöht. Die Eisenbahngesellschaften CFL und SNCF wollten damit auf die erhöhten Grenzkontrollen zwischen dem Großherzogtum und Frankreich reagieren, die im Berufsverkehr für kilometerlange Staus gesorgt hatten. Nun ziehen Pendler bei L'essentiel ein erstes Fazit.

«Kommt mein Zug eines Tages auch mal pünktlich?», fragt Victor, der am Metzer Bahnhof mit Verspätungen des 6.35-Zuges herumschlagen muss. Besonders während dieser Stoßzeiten zwischen 6.30 und 9 Uhr sowie 16.30 und 19.30 Uhr sollten die neuen Ressourcen eigentlich für Entlastung sorgen. Doch die Züge sind überfüllt und Verzögerungen an der Tagesordnung. Am 20. Oktober kam Victors Zug sogar 40 Minuten zu spät.

«Mitarbeiter tun ihr Bestes»

Gaétane erzählt, dass in den vergangenen Tagen sogar zwei Züge auf einen reduziert wurden, wie die 6.54- und 7.13-Uhr-Wagen in Thionville. «Wir sind Menschen und keine Tiere, die in einen Transportwaggon gesteckt werden.» Aurore schlägt in eine andere Kerbe: «Seit fünf Wochen komme ich mit zehn Minuten Verspätung in Luxemburg an, wodurch ich meinen Anschlusszug verpasse.»

Die Zugunternehmen plädieren derweil an die Geduld der Reisenden. «Glauben Sie mir, das unsere Mitarbeiter ihr Bestes tun», verspricht CFL-Sprecher Romain Meyer. In einer Ausnahmesituation wie dieser müsse man trotzdem mit den zu Verfügung stehenden Mitteln arbeiten. Und dass dies nicht jedes Mal erfolgreich sein kann, sei offensichtlich. Er kritisiert, dass dabei der gute Wille der Unternehmen in Frage gestellt werde.

Auch die SNCF klingt beschwichtigende Töne an. Vor allem in Anbetracht des am 4. Dezember endenden Streiks einiger Bahnbeschäftigten, die das ganze System destabilisieren, blickt Regionaldirektor Jacques Weill optimistisch in die Zukunft. Desweiteren soll es spätestens Anfang April verschiedene Verbesserungen geben, beispielsweise einen zweistöckigen Ersatzzug in Metz und einen neuen Fahrplan.

(Pascal Piatkowski/L'essentiel)

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