Luxemburg – Kommunen sind bei der Gleichstellung gefordert
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LuxemburgKommunen sind bei der Gleichstellung gefordert

LUXEMBURG – Gleichstellungsministerin Taina Bofferding hat am Mittwoch eine Website vorgestellt, die Kommunen für mehr Gleichheit von Männern und Frauen sensibilisieren soll.

Taina Bofferding hat einen neuen Werkzeugkasten vorgestellt.

Taina Bofferding hat einen neuen Werkzeugkasten vorgestellt.

Julien Garroy

Schülern in einer Maison Relais zeigen, was ein Stereotyp ist, atypische Sportarten für Mädchen und Jungen in Jugendzentren anbieten, Anpassungen vorsehen, damit städtische Mitarbeiter Beruf und Privatleben besser vereinbaren können, Mentoring zur Ausbildung von Frauen in der Politik einrichten. Die Liste der Projekte zur Gleichstellung von Männern und Frauen auf kommunaler Ebene ist lang. «Die 102 Gemeinden des Landes sind aufgrund ihrer natürlichen Nähe zur Bevölkerung wichtige Träger für die Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern in ihrem Gebiet», erklärte Taina Bofferding (LSAP), die Ministerin für die Gleichstellung von Frauen und Männern, am Mittwoch anlässlich der Vorstellung eines neuen Werkzeugkastens.

Mit dieser Toolbox genannten Sammlung will das Ministerium den Gemeinden konkrete Handlungsoptionen aufzeigen. Die Toolbox lässt sich unter www.megacommunes.lu finden. Nach Ministeriumsangaben hätten in einer 2020 durchgeführten Umfrage 92 Prozent der Kommunen die Gleichstellung der Geschlechter als Grundwert anerkannt. Jedoch nur 17 Prozent der kleinen und 68 Prozent der großen Kommunen sehen sich selbst als eine lokale treibende Kraft, um diese voranzutreiben. Auch in der Politik gebe es noch einiges zu tun: Von 102 Bürgermeisterposten sind nur 13 (12,7 Prozent) von Frauen besetzt. Von 1111 gewählten Volksvertretern in den Kommunen sind nur 274 (24,7 Prozent) Frauen.

Kommunen, für die das Thema noch neu ist, biete die Website ein Starterpaket und Informationen zur Erstellung eines Aktionsplanes. Das Ministerium kann Kommunen bei der Schaffung und Vernetzung von Gleichstellungsbeauftragten unterstützen. Damit ein Anreiz für die Kommunen geschaffen wird, will das Ministerium künftig die Gemeinden auszeichnen, die sich besonders um die Gleichstellung von Männern und Frauen verdient gemacht haben.

(ol/L'essentiel )

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