«Spiegel»-Bericht – Kommuniziert der IS über Satelliten aus Luxemburg?
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«Spiegel»-BerichtKommuniziert der IS über Satelliten aus Luxemburg?

LUXEMBURG - Laut «Spiegel Online» nutzt der Islamische Staat europäische Satelliten für Kommunikation im Internet. Auch ein Luxemburger Unternehmen wird genannt.

Unter anderem mit Satelliten aus Luxemburg soll der IS ins Internet kommen.

Unter anderem mit Satelliten aus Luxemburg soll der IS ins Internet kommen.

Editpress

Es ist klingt doch sehr ironisch. Ausgerechnet mit europäischer Technik soll der «Islamische Staat» seine Kommunikation und Propaganda im Internet vorangetrieben haben. Nach einem Bericht von Spiegel Online seien es auch europäische Satelliten, über die das Terrornetzwerk seine Botschaften in die Welt verstreut.

Eine komplette Anlage, bestehend aus Satellitenschüssel, Modem sowie Sende- und Empfangsantenne, sei in Syrien für rund 500 Dollar zu haben. Während für die Bevölkerung in den vom IS kontrollierten Gebieten die moderne Technik ein Segen ist, prangen die Schüsseln auch auf den Dächern von IS-Medienzentren und Privathäusern von Angehörigen der Terrormiliz. Insgesamt gebe es Tausende davon.

Mit allen Mitteln unterbinden

Geliefert werde das Material vor allem aus Europa, wie der Spiegel berichtet: «Die Produzenten sitzen in den USA und Fernost, die Auftraggeber aber haben ihren Sitz in Paris, London oder Luxemburg», heißt es dort. Die größten davon seien Eutelsat aus Frankreich, Avanti Communications aus Großbritannien – und SES aus dem Großherzogtum.

In einer Stellungnahme an das deutsche Magazin verweist SES darauf, dass «sie ihre Dienste nur an geprüfte Großhändler verkaufen, nicht an Endkunden.» Von Nutzern in Gebieten, die vom Islamischen Staat kontrolliert werden, sei dem Unternehmen nichts bekannt. Wäre dies der Fall, werde die Luxemburger Firma die Nutzung mit allen Mitteln unterbinden.

Dem Spiegel hingegen sollen Dokumente mit GPS-Daten aus den Jahren 2014 und 2015 vorliegen, die beweisen sollen, dass die Unternehmen über Koordinaten der Zielorte ihrer Produkte wissen müssten. Demnach sei es ohne Probleme möglich, bestehende Verbindungen zu kappen.

Link: Spiegel-Online

(jm/L'essentiel)

Die offizielle Stellungnahme von SES:

Im Breitbandbereich bedient SES keine Endkunden und Anwender. Wir vesorgen «Business-to-business»-Kunden mit Sat-Anbindung, die dann wiederum ihre Breitbanddienste für Endverbraucher und Nutzer anbieten. Diese B2B-Kunden, in der Regel Internet-Serviceprovider, beziehen ihre Kontakte direkt vom Hersteller, nicht von SES, bündeln die Produkte und bieten sie dann an.

Nur diese B2B-Kunden und nicht SES selbst handeln also mit den Endkunden. Jeder SES-Breitband-B2B-Kunde untersteht strengen vertraglichen Verpflichtungen, die die Einhaltung der geltenden Gesetze erfordern. Jeder Kunde wird von SES überprüft und muss die Gesetze und Vorschriften einhalten.

SES hat keine Kenntnis davon, dass seine Satelliten von ISIS oder in von ISIS kontrollierten Gebieten in Syrien verwendet werden. Wenn SES von einer solchen Nutzung erfahren würde, würde es mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln eine solche Nutzung verhindern.

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